Bereits im Vorfeld zeichnete sich eine hohe Beteiligung ab, sodass der traditionsreiche Club aus dem Rhein-Main-Gebiet etliche Vorbereitungen für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung zu erfüllen hatte. Rechtzeitig zum Beginn des Mega-Events präsentierten Michael Kirchner und sein Team den Teilnehmern eine hervorragend organisierte Infrastruktur. Die fast 200 Teilnehmer aus ganz Deutschland wurden von einer gut präparierten Strecke mit großzügigem Fahrerstand empfangen. Obwohl ursprünglich als reine Verbrennerstrecke konzipiert, zeigte sich, dass die Bahn dank des neu gestalteten Infields auch für Elektro-Modelle im Maßstab 1:10 bestens geeignet war.
Volles Programm
Wie in den Jahren zuvor, nutzten viele Fahrer auch dieses Mal die Möglichkeit des freien Trainings in der Woche vor dem offiziellen Beginn der Veranstaltung. Freitags waren dann fast alle Teilnehmer eingetroffen, sodass sich im freien als auch kontrollierten Training stets zwölf Piloten bis spät in den Abend mit der Bahn vertraut machten. Nach einer weiteren Trainingssession am Samstagmorgen folgten schließlich bei Sonnenschein und idealen Rennbedingungen vier Vorlaufdurchgänge, von denen die zwei besten in Addition gewertet wurden.
Den Höhepunkt bildeten schlussendlich die Finalläufe am Sonntag, die in allen fünf Klassen, auch in den untersten Finalen, dreimal gefahren wurden. Nachdem es in der Nacht zum Sonntag geregnet hatte, plagten sich die ersten Gruppen noch mit feuchten Bahnverhältnissen. In der Folge setzte sich aber zunehmend die Sonne durch, sodass der wesentliche Teil des Rennens, bei dem die neuen Deutschen Meister ermittelt wurden, unter besten Vorraussetzungen erfolgte.
Dank der tadellosen Organisation und einem straffen Zeitplan, konnte die gebührende Siegerehrung eine halbe Stunde früher als geplant durchgeführt werden. Den Abschluss bildete die ausgedehnte Tombola, bei der jeder Teilnehmer einen Preis erhielt. Ingesamt wurden seitens LRP Sachpreise und Gutscheine im Wert von rund 20.000 Euro vergeben.
Pure Action
Selten war ein Rennwochenende so spannend. Durch alle Klassen hinweg wurde toller RC-Car Sport geboten, bei dem die Entscheidung nicht selten auf den letzten Metern in packenden Zweikämpfen fiel. Ein besonderes Highlight war die fahrerische Demonstration der Champions Klasse. Mit welcher Präzision die Piloten ihre unglaublich schnellen Modified Modelle, meist angetrieben von 4-Turns-Brushlessmotoren, um den Kurs zirkelten, war eine wahre Augendweide.
Ronald Völker, mehrfacher Europameister und Vizeweltmeister erreichte auf der Geraden 112 Kilometer in der Stunde und steuerte seinen LRP gepowerten Yokomo mit zwei nahezu zeitgleichen Siegen auf den ersten Platz. Ihm folgte der frisch gebackene Hot Bodies Team-Fahrer Freddy Südhoff, der als Top-Qualifier ins Rennen startete, sich letztlich aber dem Yokomo-Fahrer geschlagen geben musste. Den dritten Platz sicherte sich mit einer konstanten Leistung der XRAY-Pilot Steffen Leinburger.
Erster
In der Rookie-Klasse, die für mehr Chancengleichheit erstmals mit dem S10 Blast-Motor von LRP unterwegs war, konnte Oliver Keim seine Pole-Position in drei ungefährdete Siege umwandeln und damit den ersten DM-Titel des Wochenendes einfahren. Ihm folgten Christian Hofmann und Tim Abendroth auf den Plätzen zwei und drei.
Bei den Classic-Fahrern sorgte Alex Piperato für eine kleine Sensation, indem er seinen HPI Cup Racer im Porsche 911RS-Look auf die Pole stellte und die sonst überlegenen HB Cyclone S Chassis einbremste. Auf Position zwei folgte mit hauchdünnem Abstand der sichtlich enttäuschte Thorsten Zorn und auf drei Matthias Poggensee. Alex ließ sich auch in den Finalen nicht die Show stehlen und spendierte dem Cup Racer den ersten DM-Titel in der Geschichte der LRP-HPI-Challenge. Thorsten und Matthias bestätigten ihre Vorlaufplatzierungen.
Pole-Setter
Die spannendste Entscheidung des Tages fiel in der Klasse 17,5T. Alexander Maisch, der die Vorläufe dominierte und auf Pole stand, musste wegen einem technischen Defekt im ersten Finale zusehen und den Sieg so kampflos Florian Wagner vor Michael Spiering überlassen. Im zweiten Durchgang siegte Alex knapp vor dem gut aufgelegten Michael Spiering. Die Entscheidung musste im letzten Finale fallen, das sich zu einem echten Krimi entwickelte. Zwar konnte Alex Maisch seine erste Position lange verteidigen, doch Michael Spiering war mit seinem Corally sehr schnell unterwegs und kämpfte sich in einer fantastischen Aufholjagd bis in den Windschatten von Alex vor. Kurz vor Rennende setzte er sich an die Spitze und gewann das letzte Finale dieser Klasse. Alex und Michael waren damit punktgleich, doch das bessere Einzelergebnis entschied den DM-Titel zugunsten von Michael Spiering. Der Vizetitel ging somit an den sehr enttäuschten Alexander Maisch. Florian Wagner konnte auf seiner Hausstrecke durch einen „Einser“ im ersten und einen „Dreier“ im zweiten Lauf den letzten Podestplatz für sich entscheiden.
Äußerst schnell waren auch die Teilnehmer der Stock-Klasse unterwegs. Aufgrund der stetigen Optimierung der Reglerprogramme werden hier mit einem relativ simplen 13,5-Turns-Motor Geschwindigkeiten bis zu 85 Stundenkilometer erreicht. Diese Entwicklung ist im Hinblick auf das Wettrüsten und die sinkenden Starterzahlen durchaus kritisch zu bewerten. Trotz allem waren 50 Teilnehmer am Start. Verdienter Sieger wurde Daniel Horn vor Kevin Blume und Anton Sobota, der von Position acht kommend, drei prächtige Läufe absolvierte und sich den letzen Podiumsplatz sicherte.
Siegreich
Last but not least wurde das Finale der Formel-Klasse über 20 Minuten gestartet, das, wie alle anderen Läufe mit zwölf Fahrzeugen durchgeführt wurde. Hier entschied nicht nur die Schnelligkeit über Sieg oder Niederlage, sondern auch die Taktik. Schließlich galt es, das richtige Tempo zu finden, um am Ende nicht mit einem leeren Akku vor der Ziellinie stehen zu bleiben. Am besten bewältigte dies Pole-Man Karsten Bartsch, der mit einem souveränen Vorsprung von zwei Runden den erstmals vergebenen DM-Titel in der Formel-Klasse gewann. Platz zwei belegte Karsten Bruche, der von Position vier aus seinen Ferrari mit beherzter Fahrweise verdient zum Vizemeistertitel pilotierte. Auf Platz drei folgte David Brandt, der sich gegenüber dem Vorlaufergebnis um zwei Plätze verbessern konnte.