Team Associated RC8.2 von Thunder Tiger

Einem Paukenschlag glich seinerzeit der Einstieg von Team Associated in die 1:8er-Buggyklasse. Doch die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht und so war es nur eine Frage der Zeit, bis der würdige Nachfolger des B8 in den Startlöchern stehen würde. Nun ist es endlich soweit. Der mittlerweile auch hier in Europa erhältliche RC8.2 soll nun wieder ganz vorne mitfahren.

Was ist so besonderes am neuen Team Associated RC8.2 von Thunder Tiger? Nun, technisch gesehen sind zunächst einmal die Fahrwerksteile komplett überarbeitet worden und haben auch mit dem zuvor schon erhältlichen Upgrade-Kit nicht mehr viel gemeinsam. Wenngleich man auch am neuen Modell kein Wagnis eingeht und bei der bewährten C-Hub-Doppelquerlenkeraufhängung bleibt. Die Stärke am 8.2 liegt auch weiterhin in den zahlreichen Einstellmöglichkeiten am Fahrwerk, was mit Kunststoffeinlegeplättchen erreicht wird. Unterschiedlich positionierte Ausformungen für die Querlenkerstifte ermöglichen unterschiedliche Einstellung von Rollcenter, Kick-up oder Nachlauf. Entsprechende Aluaufnahmen sorgen für exakten Sitz und auch für die im Rennbetrieb nicht zu vernachlässigende Haltbarkeit der Querlenkeraufnahmen. Ausgebügelt werden Bodenunebenheiten am 8.2 mit den bewährten, langhubigen 18-Millimeter-Bigbore-Dämpfern, aufgehängt an stabilen Platinen aus Aluminium.

Flex-freundlich
Für etwas mehr Laufruhe sorgt das um 3 Millimeter verlängerte und abgewinkelte Chassis, während man im Antriebstrakt mit den drei Kegelraddifferenzialen auf Bewährtes setzt. Neu beziehungsweise gewichtsoptimiert sind dagegen die Rad- und Kegelantriebsachsen aus hochwertigem Aluminium. Zurück auf dem Chassis vertraut man hinsichtlich des besseren Flexverhaltens auf Chassisstreben aus Kunststoff, während man im Bereich der Lenkung keine Kompromisse macht, wo ein stabiles Topdeck aus gefrästem Alu zum Einsatz kommt. Auch bei der offen gehaltenen Dreibackenkupplung sind die Kupplungsbacken aus Alu gefertigt. Gewichtssparende Bohrungen und das Material an sich sorgen so für kerniges Einsetzen der Motorleistung, wobei das Modell natürlich auch dosiert verzögert werden will. Hierfür sorgt jeweils eine Composite-Bremsscheibe, die jeweils auf Vorder- und Hinterachse wirkt und an den Ausgängen am Mitteldifferenzial sitzt. Auf der RC-Seite findet sich gegenüber des Motors eine sehr großzügig gehaltene RC-Box. Außerdem gibt es noch eine weitere, kleinere Box neben der faserverstärkten Servoplatine im Bereich des stehend montierten Lenkservos. Hier können entweder der Empfänger oder der Empfängerakku positioniert werden, um die Fahrzeugbalance gegebenenfalls an die Strecken- oder Grippverhältnisse anzupassen.

Ebenfalls nützlich sind die Schmutzabweiserplatinen an den hinteren Querlenkerstiften sowie die Gummimembranüberzüge an den Antriebswellen. Ein besonderer Clou des RC8.2 sind aber nicht nur die technischen Neuerungen. Als Zulieferer für die Karosserie und den Heckflügel greift Team Associated auf JConcepts zurück. Den Abschluss bildet ein Satz größerer Felgen, die für ein komfortableres, stabiles Rollverhalten sorgen sollen.

Volle Packung
Neben dem üblichen Bordwerkzeug und der sehr ausführlich und erklärenden Bauanleitung sind auch sämtliche für den Bau des Buggys notwendigen Öle und Fette im Bausatz enthalten. Selbst eine kleinen Tube Schraubensicherungslack sowie Luftfilteröl liegt bei. Während der Bauphase fehlten dann aber an unserem Testmodell leider doch vier kleine Kunststoffscheibchen. Service wird aber beim deutschen Vertrieb von Thunder Tiger großgeschrieben und so war es nur eine Sache eines kurzen ­Telefonats und binnen weniger Tage lagen die ­benötigten Bauteile vor.

Dank der Anleitung und der ausgezeichneten Passgenauigkeit der Einzelteile war der Zusammenbau des Modells ein Kinderspiel. Trotzdem muss man natürlich Schritt für Schritt vorgehen, sonst können einem schnell Fehler unterlaufen, die sich später auf das Fahrverhalten des Modells auswirken. Technisch besonders interessant sind die konisch geformten Dämpferkolbenplatten, die – je nachdem, wie herum sie eingebaut werden – den Öldurchfluss beim Ein- und Ausfedern beschleunigen oder ausbremsen. Nicht weniger gelungen ist der technisch hochwertige Aufbau der drei Vierspider-Kegeldiffs. Konstruktiv sind diese zwar nichts Außergewöhnliches, aber Team Associated brilliert mit einer guten Fertigungsqualität der papiergedichteten Diffs, die im Baukastensetup allesamt mit 5.000er-Difföl befüllt werden.

Jede Menge Entwicklungsarbeit steckt in der Konstruktion der Querlenkerstiftaufhängungen. An jeder Ecke gibt es eine Aufnahme für die Einlegeplättchen. Das Gleiche gilt für den Lenkhebelträger. Vorausplanen sollte man bei der Positionierung von Empfänger und Empfängerakkus. Wer den Akku später in der Praxis von hinten nach vorne umpositionieren will, sollte am besten gleich ein V-Kabel anpassen und einziehen. So kann man später im Training oder Rennen schnell mal die Akku-Position ändern. Leider lag dem Set kein Schutzüberzug für den Schalter bei. Dafür sind die Spurstangen bereits vom Hersteller vormontiert und eingestellt.

Im Testmodell kamen ein passendes Antriebsaggregat in Form eines bereits eingelaufenen Reedy-Motors samt Abgasanlage sowie ein passender Reifensatz von der Firma Nosram zum Einsatz. Dementsprechend komplettiert war es nur noch eine Frage von kurzer Zeit, bis das voreingestellte Fahrwerk durch die Abnahme kam und die Startbox auf den Buggy eingestellt war. Motor anwerfen, warm laufen lassen, die Vergasernadeln und die Servowege nachjustieren. Zehn Minuten später war es soweit und bei sonnigen aber kühlen Temperaturen ging es auf die Piste.

Track Attack
Knochenharter Lehmboden, übersät mit herausstehenden Steinen und ausgefahrene Furchen speziell in den weiten Kurven. Der Zustand der Teststrecke war alles andere als geeignet für ein Race aber ideal, um die Nehmerqualitäten des neuen Modells auszutesten. Grip-technisch gab es nichts zu mäkeln. Die weichen Nosram-Reifen griffen beherzt zu und setzten die Motorleistung perfekt in Vortrieb um. Fast schon leichtfüßig reagiert der RC8.2 auf jeden Gas-Befehl. Gründe dafür sind sicherlich das gesunkene Gesamtgewicht und auch die leichten Aluteile im Antriebstrakt. Ähnlich locker geht es in und um die Kurven. Das Grundhandling mit der rundum 5.000er-Diffbefüllung hinterlässt einen sehr angenehmen Eindruck. Am Kurveneingang hängt das Modell gut an der Lenkung und ermöglicht ein exaktes Abbiegen in die Kurve hinein. Um den Scheitelpunkt herum rollt der Wagen mit etwas Gaseinsatz schön eng herum und auch am Kurvenausgang bleibt das Heck noch recht stabil.

Sind die Grip-Verhältnisse in Ordnung, kann man mit gut dosiertem Gaseinsatz herausbeschleunigen. Erst wenn man auf losen Untergrund kommt, wäre ein 1.000er- bis 2.000er-Öl im hinteren Diff etwas angebrachter. Nahezu perfekt für die ruppigen Streckenverhältnisse verhielt sich dagegen das Fahrwerk, das die Bodenwellen förmlich aufsaugt aber dabei nicht zu weich wirkt. Lediglich die ausgefahrenen Furchen musste man meiden. Fädelte sich das Fahrzeug mit den Reifen darin ein, kam es schnell mal zu einer seitlichen Rolle.

Unproblematisch dagegen zeigte sich das Sprungverhalten. Hier hatten sich die Vorserientests auf den amerikanischen Strecken, wo sich Sprung an Sprung aneinanderreihen, sicherlich gelohnt. Und ging doch einmal am Absprung etwas schief, reagierte der Buggy sehr schön auf Gas/Bremse, womit man ihn wieder einigermaßen in eine neutrale Fluglage bringen kann. Ganz klappte es aber nicht immer und so bekamen die Öldämpfer einiges zu tun, dämpften aber auch die gröbsten Aufpraller ab. Allgemein hielten der Heckflügel und das Fahrwerk trotz kühler Temperaturen so einige wilde Abflüge aus.

Der nächste Test sollte die Allroundfähigkeiten aufzeigen. Diese Piste war topfeben und der leicht feuchte Lehm bot perfekte Griffverhältnisse. Dementsprechend klebte das Modell förmlich auf der Strecke, wenngleich hier die Lenkung das Heck mitunter leicht überforderte. Hier half zunächst etwas mehr Sturz an der Hinterachse. Wegen der ebenen Strecke wäre wohl hier ein etwas dickflüssigeres Öl in den vorderen Dämpfern besser geeignet. Dagegen funktionierte auch hier die 5.000er-Rundum-Diffbefüllung sehr ordentlich. Für etwas besseren Vortrieb könnte man im Vorderachs- und Mitteldiff auch mal ein etwas zählüssigeres Öl ausprobieren.

Speed ist bekanntlich nicht alles, wenn man die Zielflagge wegen eines Defekts nicht erreicht. So schlich sich dann auch am RC8.2 ein kleines Problem ein, das aber auch sicherlich durch die kühlen Temperaturen begünstigt worden ist. Der faserverstärkte Kunststofflenkhebel brach nach einem Crash. An seine Stelle kam für die weiteren Fahrten einfach ein Pendant aus Alu, was bis heute hält. Nach zwei bis drei Liter Sprit zeigen sich dann erste Verschleißerscheinungen an den Alubacken der Kupplung und den Lagern unter der Kupplungsglocke. Vielfahrer oder solche, die sich die Aluteile für Rennen aufheben wollen, setzen hier vielleicht besser auf die ebenfalls erhältlichen Pendants aus Stahl an den Antriebsteilen, auch wenn sich dies eventuell negativ auf die Performance auswirkt.