SPX Reverse & SPX Bullet Reverse von LRP electronic

SPX Reverse & SPX Bullet Reverse von LRP electronic

Zugegeben, es war schon immer schwierig den kleinen kompakten Reglern aus dem Hause LRP zu widerstehen. Zu verlockend waren die Platzierungsmöglichkeiten in engen Modellen. Doch bisher waren diese Abmessungen den reinen Vorwärtsreglern vorbehalten. Wer für den ambitionierten Hobbybereich einen Rückwärtsregler suchte, musste mit klobigeren Varianten vorlieb nehmen.

Mit der Einführung der LRP-SPX-Bullet- und Super-Reverse-Reihe erhält man die Möglichkeit, einen sehr kompakten Brushless-Vorwärts/Rückwärtsregler einzusetzen. Dieser Regler kann zudem noch bürstenlose und bürstenbefeuerte Motoren ansteuern und bietet sich daher vor allem jenen Fahrern an, die entweder den Regler in mehreren Modellen mit unterschiedlichen Motorisierungen verwenden oder vorerst weiterhin ihren Bürstenmotor nutzen möchten.

Die SPX-Regler verfügen generell über viele Schutz- und Abschaltfunktionen und ermöglichen den Einsatz an vier bis sieben Zellen. Sie decken damit den Bereich der 1:12- bis 1:10-Modelle vollkommen ab. Die Einstellung auf den Fernsteuerungssender erfolgt nach einem einfachen Schema: Set-Taster nach dem Einschalten länger gedrückt halten, bei blinkender roter LED werden die Neutral-, Vollgas- und Rückwärtspositionen mit jeweils anschließendem Speichern per Druck auf die Set-Taste eingegeben – einfacher geht es kaum.

Zusätzlich kann aus vier Einstellungen die Abschaltung für LiXx- oder NiXx-Akkus, der Fahrmodus (vorwärts oder vorwärts/rückwärts), eines von mehreren Power-Profilen und eine Automatikbremse (Drag-Brake) gewählt werden. Diese Einstellungen geschehen über den Mode-Taster und sind jederzeit erreichbar. Da die Menüs nicht sehr stark verschachtelt und keine Unterebenen enthalten sind, ist das Abzählen der LED-Blinkfolgen sehr einfach. Die Einstellungen können mit zunehmender Erfahrung auch ohne Anleitung gemacht werden, was vor allem im hektischen Rennalltag von Vorteil ist. Die vier Power-Profile reichen von sehr weicher Beschleunigung bis hin zu aggressivem Vorwärtsdrang. Je rutschiger der Streckenuntergrund, desto weicher sollte das Power-Profil gewählt werden. Eine solide Ausgangsbasis ist das Profil zwei, das in vielen 1:10-2WD-Buggymodellen gut funktioniert. Profil drei und vier eignen sich für griffige Tourenwagenstrecken oder 4WD-Buggys. Neben diesen Variationsmöglichkeiten ist vor allem die über fünf Positionen verstellbare Drag-Brake-Funktion interessant. Hier wird mit einem bestimmten Prozentsatz an Bremsleistung immer dann verzögert, wenn man in die Neutralstellung geht – leider schweigt sich die Anleitung über den exakten Prozentsatz aus. Dank der leichten Programmierung und der Anleitung in deutscher Sprache sind derlei Einstellungen aber schnell durchprobiert. Generell sollte man beim Einsatz von LiPo-Akkus die Abschaltung auf diesen Typ einstellen – ab Werk ist dieser Modus bereits gewählt. Wer mit vier Zellen im 1:12-Modell unterwegs ist, muss unbedingt den Modus ändern, um optimale Leistungen zu erzielen.

Rauer Alltag
Wer den Brushless-Mode des Reglers nutzen möchte, der kann mit den serienmäßigen Steckern sofort einen passenden Motor anschließen, dennoch sollte man sich beim Einsatz von leistungsstarken Brushless-Systemen immer auch um gute Stecker kümmern. Daher wurden für den Test die Stecker gegen ein 3,5-Millimeter-Goldsteckersystem getauscht – vor allem erleichtert es den Wechsel von einem Motor zum nächsten im Testumfeld. Die LRP-Regler verlangen nach einem zweipoligen Motor mit Sensorsignal, daher scheiden alle anderen Brushlessmotoren von vornherein aus, was aber kein Nachteil sein muss.

Die ersten Messungen zeigten, dass die Sensortechnik eine sehr geringe Anfangsdrehzahl an nahezu allen Motoren ermöglicht. Der durchschnittliche Wert von 200 Umdrehungen pro Minute und Volt war mitunter der Beste im Vergleich zu anderen Reglern, was sich in einem sanften Anfahrbetrieb äußert. Auch die Regelbarkeit steht den reinen Rennversionen von LRP in nichts nach und ist sehr feinfühlig. Nebenbei gehört auch die maximal erreichbare Drehzahl mit zum oberen Viertel der Regler, natürlich immer im direkten Vergleich an demselben Motor gemessen. Dies bringt auf der Geraden eventuell den benötigten Vorteil. Alles Weitere klärte dann der Fahrtest in mehreren 1:10-Modellen – mit einer passenden Untersetzung und genügend Kühlluft versehen, machte es viel Spaß, die Leistung so gut dosiert und fein regelbar nutzen zu können. Die in der Anleitung angegebenen Motorlimits sollten zur Sicherheit allerdings nicht voll ausgeschöpft werden. Hier sollten etwa ein bis zwei Turns mehr als Limit gelten. Der Regler dankt es einem mit einer sehr niedrigen Betriebstemperatur, selbst unter geschlossenen Buggy-Karosserien. Die SPX-Reglerserie eignet sich daher für alle mit gehobenen Ansprüchen an die Regelbarkeit oder einem gemischten Einsatzfeld an Bürsten- und bürstenlosen Motoren. Oder schlicht für alle, die einen einfach einstellbaren Regler mit Top-Leistungswerten und kompakten Abmessungen haben möchten.