International Mini-Z Masters

International Mini-Z Masters

Unter der Leitung des Vorsitzenden Rolf Krauter hatte der MCC Fellbach keine Mühen gescheut, um Fahrern und Gästen beim International Mini-Z Masters eine tolle Atmosphäre zu bieten. So konnte am ersten März-Wochenende in Fellbach bei Stuttgart eines der größten Mini-Z-Events stattfinden. Und nicht nur die schwäbische Gemütlichkeit in der Alten Kelter – einem urigen, über 100-jährigen Fachwerkhaus – trug zum Gelingen dieses Rennens bei.

Insgesamt stand den Rennsportlern eine Arena von mehr als 2.000 Quadratmeter zur Verfügung. Bei so viel Platz bieten sich natürlich viele Möglichkeiten. So wurde vom ausrichtenden Verein eine Lokalmesse mit der größten Mini-Z-Bahn Europas kombiniert. Diese verfügte über eine Fläche von insgesamt 112 Quadratmeter und erhielt diesjährig ein modernes Streckenlayout, das auch Fahrern mit gehobenen Ansprüchen eine Herausforderung bot.

Mund zu!
Vielen Teilnehmern blieb beim Anblick der neuen Rennbahn schlichtweg die Spucke weg. Diese präsentierte sich in geradezu monströsen Dimensionen und zeigte deutlich, dass hier kaum eine Strecke mithalten kann. Zudem mangelte es während der Veranstaltung nicht an Attraktionen wie etwa den beiden ausgestellten 911er-Cup-Porsche. Firmen aus der Umgebung konnten mit einer gelungenen Präsentation ihres Angebots aufwarten. Etwas fürs Auge waren aber nicht nur die Rennwagen im Maßstab 1:1, sondern auch die Cheerleader. Sie begeisterten das Publikum und wussten selbst den einen oder anderen Fahrer auf sympathische Art und Weise abzulenken.

Für fantastische Gaumenfreuden sorgte Luigis Catering-Service aus Graz. Österreichische Spezialitäten scheinen bei einem Rennen eine willkommene Abwechslung zu sein und so hat sich die weite Anfahrt aus dem Nachbarland sehr gelohnt. Solch köstliche und dekorativ angerichtete Speisen, wie sie beim International Mini-Z Masters in Fellbach geboten wurden, gibt es sonst auf nur wenigen großen Events. Und schließlich setzte dies dem Ambiente der Alten Kelter das i-Tüpfelchen auf.

Knapp 100 Fahrer aus Tschechien, Rumänien, Belgien, Österreich, den Niederlanden und Deutschland fanden den Weg nach Fellbach. Gefahren wurde in den Klassen Standard, Expert, Gruppe C sowie Formel 1. Bei einer so großen Vielfalt war dann auch für jeden Geschmack und verschiedene fahrerische Ansprüche das Richtige dabei. Viele Piloten nutzten dies und meldeten sich prompt zur Teilnahme an mehreren, teilweise sogar in allen vier Klassen. Rückblickend darf man feststellen, dass das Niveau der Teilnehmer in allen Wettbewerben im oberen Bereich angesiedelt war, wobei sich in der Standard-Kategorie wie üblich viele Einsteiger in die Mini-Z-Rennsucht stürzten.

Am Samstagmorgen ging es los mit der Registrierung sowie der Ausgabe der obligatorischen Event-Shirts von Kyosho. Sie wurden speziell für dieses Rennen angefertigt und waren daher besonders heiß begehrt. Anschließend startete das freie Training. Im Laufe des Tages sollten dann auch die ersten Vorläufe stattfinden. Zwar muckte die Rundenzählanlage, aber die vermeintlich komplizierte Technik schreckte dann doch vor der Kompetenz des belgischen Teilnehmers Roy Cop zurück, der das Team bei der Fehlerbehebung tatkräftig unterstützte. So konnte der Rennbetrieb bald wieder aufgenommen werden.

Favoritenrolle
Bereits in den Vorläufen zeigte sich, dass alles auf ein Duell zwischen Tobias Sporys und Jürgen Bähr hinauslaufen sollte. Selbst in der Standardklasse fuhren sie Rundenzeiten um 19 Sekunden. In der Expert-Kategorie legten die österreichischen Mini-Z-Experten Erwin und Markus Eder die Messlatte von Beginn an sehr hoch. Beide setzen auf das AWD-Chassis und zeigten damit eine unvergleichbare Performance. Als einzigem Piloten gelang es Markus Eder schließlich, Rundenzeiten unter 18 Sekunden zu fahren. In der Gruppe C sollten sich Belgien und die Niederlande ein heißes Gefecht liefern. Aber auch hier waren die Favoriten fast dieselben wie in der Kategorie Standard. Ein Feld von 14 Piloten gab sich bei der Formel 1 die Ehre. Zu den Top-Fahrern zählten hier Nicolai Bähr, Kris de Ridder und Sascha Schmidt.

Aufgrund der zeitweilig defekten Zeitmessanlage am Samstagnachmittag und der daraus resultierenden Pause gab es die Möglichkeit, abends noch ein paar Trainingsrunden zu drehen. Gegen 20 Uhr war dann allerdings Schicht im Schacht und die Teilnehmer konnten bei der anschließenden Drivers Party so richtig den Kelter rocken. Dies fand auch bei den meisten Fahrern Zuspruch, sodass man sich bis in die Nacht hinein vergnügte, fachsimpelte und mental schon auf den folgenden Tag vorbereitete. Kurz nach Mitternacht war der Spuk dann vorbei.

Die Fahrer erwartete ein Sonntag voller Spannung und Überholmanöver. In der Kategorie Standard gab es für Jürgen Bähr allen Grund zur Freude. Er ließ Tobias Sporys sowie Falko Thorhauer hinter sich zurück. Diese Klasse fand mit 39 Startern großen Zuspruch und bot überdies ein Renngeschehen mit teils herausragenden Fahrleistungen – und das mit fast serienmäßigen Mini-Z-Modellen. Wie fast erwartet, hatte Markus Eder in der Expert-Klasse richtig Gas gegeben. Die ersten beiden Finale hatte er schnell, ja fast mühelos in der Tasche. Beim dritten Lauf setzte er dann auf volles Risiko und stellte unter physikalischen Höchstbelastungen seines Rennboliden mit 17,8 Sekunden einen neuen Rundenrekord auf. Er gewann vor Tobias Sporys und seinem Vater Erwin Eder. Die Gruppe C wurde von Jürgen Bähr dominiert, der sich weder von Tobias Sporys noch von Arno Henkens die Butter vom Brot nehmen lies.

Glück en masse
Beendet wurde das International Mini-Z Masters mit einer Siegerehrung, im Anschluss folgten noch eine kleine Rede von Rolf Kauder sowie die Tombola. Hier zeigten die Kollegen aus Tschechien, dass das Glück auf ihrer Seite stand: Gut die Hälfte aller Preise konnten sie mit auf den Heimweg nehmen. Erst am späten Abend konnte das Gros der Teilnehmer seine Heimreise antreten, wobei einige von ihnen bis zu 1.000 Kilometer Fahrt in Kauf genommen hatten. Doch egal, von wie weit sie kamen: Der Alte Kelter wird ihnen noch lange in Erinnerung bleiben.

Ergebnisse
■ Expert
1. Markus Eder
2. Tobias Sporys
3. Erwin Eder

■ Formel 1
1. Sascha Schmidt
2. Nicolai Bahr
3. Kris De Ridder

■ Gruppe C
1. Jürgen Bahr
2. Tobias Sporys
3. Arno Henkens

■ Standard
1. Jürgen Bahr
2. Tobias Sporys
3. Falko Thorhauer