RC-Bike-WM 2010 in Grenoble

Get better Die finale Chance auf eine Verbesserung der Positionierung hatte man im letzten Vorlaufdurchgang am Samstagmorgen auf kühler Strecke. Die meisten Fahrer wechselten nun von den harten 10er- auf die soften 200er-Mischungen und demzufolge verschoben sich noch einige Positionen für die anstehenden Aufsteigerfinale. Die deutschen Fahrer nahmen ihre Platzierungen im mittlerweile fahrerisch sehr starken Feld positiv auf und fieberten den anstehenden Aufsteigerfinalen entgegen. So standen einige bereits nach der täglichen Mittagspause wieder auf dem Fahrerstand, um die auf den Samstagnachmittag terminierten 32stel-Aufstiegsrennen hinter sich zu bringen, bei denen aus den unteren Finalen jeweils die ersten drei in die nachfolgende Gruppierung aufstiegen. Bei den Deutschen gab es außer ein paar Aufstiegen in das nächst höhere Finale leider größtenteils keine weiteren Verschiebungen; doch keine Regel ohne Ausnahme: Thomas Kriener schaffte es nach viel Pech in den Vorläufen vom Achtel- den zweimaligen Aufstieg bis ins Halbfinale. Dort war angesichts des starken Fahrerfelds dann aber auch Schluss. Dem deutschen AR-Racing-Teamfahrer Marc Lutz gelang sowohl in der Stock- als auch in der Superbike-Klasse der Einzug ins A-Finale, während das Ausnahmetalent Mario Lopez sich in beiden Elektroklassen die Pole sichern konnte. Sein italienischer Teamkollege, Werksfahrer Andrea Ottina, machte es ihm gleich und sicherte sich den ersten Startplatz in der Nitro-Klasse. Superbike-Klasse Mario Lopez war trotz einiger kleiner Fehler an diesem Wochenende unschlagbar und gewann jedes seiner Finale mit mal mehr oder weniger Vorsprung. Absolut sehenswert und auch atemberaubend, wie er sein Modell im Griff hatte. So überholte er nach einem kurzzeitigen Platzverlust den Gegner innen auf der lackierten Begrenzungsfläche nur rund 5 Zentimeter neben der Rasenkante in der schnellen langgezogenen Rechtskurve nach der Start-Ziel-Geraden. Marc Hinder landete nach einem fehlerfreien Lauf im zweiten Finale nur zwei Sekunden hinter Lopez. Schlussendlich sicherte er sich eine absolut verdiente zweite Gesamtplatzierung mit knappen zwei Zehntelsekunden Vorsprung auf Paolo Ognibene. Dieser belegte nach etwas Pech in den ersten beiden Rennen – im ersten Lauf traf er am Start den Fuß von Mario Lopez’ Starter – Platz drei. Vorjahres-Weltmeister Zonzini, nun mit dem Thunder Tiger SB-5 unterwegs, erreichte trotz schneller Rundenzeiten mit einigen Fahrfehlern im starken Fahrerfeld Platz vier. Marc Lutz und Edi Winter zeigten mit einigen sehr schnellen Rundenzeiten ganz klar ihr Potenzial. Mitunter etwas ausgepowert von der harten Rennwoche ließen beide es eher locker angehen und gaben sich mit Platz zehn und neun zufrieden. Stock-Klasse Mario Lopez fährt überirdisch gut. Er hatte jeweils eine glatte Runde mehr als der Rest vom Feld, und war somit bereits nach den ersten beiden Läufen der uneinholbare Champion. Platz neun ging an den Österreicher Berhard Renner, Platz acht an Marc Lutz aus Deutschland mit der neuen AR-3. Thomas Feilner rückte von Platz sieben im zweiten Lauf auf den 2. Platz vor, aber ein Fahrfehler im letzten Lauf kostete ihn einen Podestplatz. Ebenfalls sehr schnell aber mit einem fünften Platz doch etwas unter Wert geschlagen war der Österreicher Mr. Race-Pro „Willi“ Pichler. Robert Klier konnte sich mit zwei schnellen Läufen und viel Glück Platz 2 sichern. Paolo Ognibene hatte erneut etwas Pech in den ersten beiden Läufen und errang mit einem klaren Sieg im letzten Sicherheits-Lauf Platz drei. Eine Disqualifikation gab es für den schnellen Dänen Soren Jorgenson; er hatte versehentlich beim Wechsel auf ein anderes Hinterrad das falsche Riemenrad verbaut und lag nun außerhalb des vorgeschriebenen Untersetzungslimits. Nitro-Klasse Andrea Ottina hatte bei den Nitro-Startern Pech. Bei einem unverschuldeten Crash mit einem Streckenposten löste sich der Empfängerakku. Nach anfänglichen Schwierigkeiten im Mittelfeld seine Aufholjagd startend, musste er das Rennen abbrechen. Ebenfalls etwas Pech hatte der erst elf Jahre alte Corentin Blaise aus Frankreich, der das Finale nur als Zehnter beenden konnte. In ein paar Jahren wird er aber sicherlich ganz vorne mitfahren können. Der Österreicher Rudolf Grahamer fuhr sein Finale ruhig und konstant, am Ende gelang ihm ein verdienter 7. Platz. Ganz an die Spitze schaffte es nach seinem dritten Anlauf verdient RC-Bike-Legende Rolando Tradii mit seiner Eigenkonstruktion mit Schnelltankvorrichtung und einstellbarem Hauptdämpfer vor dem schnellen Spanier Alex Guinot Aguilella und dem Portugiesen Antonio Teixeiria. Bei den Modellen von der Stange waren die Nuovafaors weiterhin die beliebtesten Bikes und gerade mit den Highend 509-Varianten aus der italienischen RC-Bike-Schmiede ganz vorne dabei. Der Konkurrent aus England aus dem Hause KP lieferte mit seiner aktuellen 10er-Baureihe ebenfalls ein gutgehendes Konzept, mit dem sich nicht nur der schnelle Brite Roki Read perfekt in Szene setzen konnte. Noch ganz neu auf dem Markt und nach den ersten ausgelieferten Baukästen kurz vor den Titelkämpfen endlich dem Prototypenstadium der letztjährigen WM in Leipzig entwachsen, tummelten sich auch schon einige der SB-5 von Thunder Tiger im Fahrerfeld. Kleine ganz groß Nicht minder erfolgreich waren auch kleinere Manufakturen. AR-Racing mit dem deutschen Konstrukteur Hugo Binder schaffte es beispielsweise, mit seinen Prototypen in beiden Elektro-Klassen ins Finale. Die Auslieferung der ersten Serie über den italienischen Produzenten soll noch dieses Jahr erfolgen. Ebenfalls aus deutschem Hause kommt die Eini-Bike-Serie von Einar Lang, dem es mit der Mjölnir – auch Thors Hammer genannt – gelang, bis auf den 2. Platz in der starken Superbike-Klasse vorzufahren. Neues und Edles gab es bei den Italienern zu sehen – ein Bike aus Alu und Kohlefaser von RGEvolution. Dieses edle Geschoss schaffte ebenfalls den Einzug ins Finale. Aber es gab ja auch noch die zahlreichen Eigenbauten. Hier war natürlich Rolando Tradii mit seiner TRD-Reihe vertreten. Sein Nitro-Bike war sicherlich eines der schwersten Modelle in diesem Wettbewerb. Ausgestattet mit einer Schnelltank-Vorrichtung, innovativem Hauptdämpfer mit von außen einstellbarer Zug- sowie Druckstufe und dank langjähriger Rennerfahrung, war er in diesem Event nur schwer zu schlagen. Nur ein Wort beschreibt diese WM richtig: Perfekt. Strecke, Umfeld, Verpflegung, Leute – in einem Wort eine, bis auf wenige Ausnahmefälle, perfekte Veranstaltung. Perfekt könnte auch das Motto für 2011 sein, wenn die WM auf der Strecke in Lostallo in der Schweiz stattfinden wird. Nachdem es hierfür noch kein offizielles Qualifikationsverfahren gibt, heißt es, einfach Bike zulegen und bis dahin schon mal kräftig üben.
 

Pages: 1 2