O.S. Speed 21 VZ-B V-Spec AL von Graupner

O.S. Speed 21 VZ-B V-Spec AL von Graupner

2006 kam mit Mark Pavidis ein Fahrer zu den höchsten Ehren, die es im RC-Car-Sport zu erhalten gibt: Er wurde Weltmeister. Angetrieben wurde sein Kyosho-Buggy damals von einem O.S. MAX Speed 21 VZ-B V-Spec. Dieser Motor ist nun in einer überarbeiteten Variante erschienen und setzt so die Reihe der Speed-Motoren fort.

Wer Weltmeister werden will, der braucht neben herausragenden fahrerischen Fähigkeiten auch eine perfekt funktionierende Technik. In Sachen Motor ist dabei neben der Zuverlässigkeit und dem Spritverbrauch vor allem die Power entscheidend. Der 21er-Speed-Motor erfüllte in allen genannten Bereichen allerhöchste Anforderungen und wurde bereits von vielen Topfahrern als Antrieb favorisiert.

Sonnenstich
Eine der wenigen Komponenten, die nicht nur Zuspruch bekamen, war der Kühlkopf. Bei der Ausstattung für den Speed-V-Spec hatte O.S. erstmals in der Serienfertigung auf Magnesium als Material zurückgegriffen. Dieses ist leichter als Aluminium, was den Schwerpunkt des Trägermodells positiv beeinflusst. Für die Jäger der Zehntelsekunde eine willkommene Verbesserung – wäre da nicht die schlechtere Wärmeleitfähigkeit von Magnesium im Vergleich zu Alu.

Zwar zeigten die Magnesiumköpfe in der Praxis bei Temperaturmessungen erfreulich niedrige Werte an. Jedoch lag der Verdacht nahe, dass dies nicht aus einer guten Wärmeableitung resultierte. Nicht wenige Stimmen schrieben diesen Umstand schlichtweg der verminderten Fähigkeit zu, die Brennraumwärme überhaupt erst aufzunehmen. Das wäre sicherlich suboptimal. Wärme, die nicht abgeführt wird, verbleibt im Bereich des Kurbelgehäuses. Dort will sie nun wirklich niemand haben beziehungsweise nur in einem gewissen Rahmen. Alles, was darüber hinausgeht, ist unerwünscht und senkt die Performance eines solchen Triebwerks.

Hierin mag der Grund liegen, weshalb O.S. jetzt eine weiterentwickelte Variante des Motors mit Aluminiumkühlkopf präsentiert. Aufgrund der niedrigeren Preise für Material und Verarbeitung ging mit der Veröffentlichung auch eine Preissenkung einher. Doch der hier beschriebene V-Spec AL ist absolut keine Sparausführung des Vorgängers – er ersetzt ihn. Die Produktion der Ausführung mit Magnesiumkopf wurde seitens O.S. vollständig eingestellt.

Renntrimm
So finden sich in ihm dann auch die bekannten Ausstattungsmerkmale wieder. Am auffälligsten ist wohl die Kurbelwelle, die jede erdenkliche Überarbeitung erfahren hat. Neben einer Turbofräsung im Auslassbereich wurde sie zusätzlich zur Gewichtsreduzierung hohl gebohrt und mit einer Silikoneinlage versehen. In die Kurbelwange wurden Wolfram-Gewichte eingesetzt. Dieses hochdichte und damit sehr schwere Metall ermöglicht es, den Masseschwerpunkt der Kurbelwange vom äußeren Rand nach innen zu verlegen. Dadurch werden Unwuchten und Vibrationen bei allerhöchsten Drehzahlen reduziert. Schlussendlich erhielt die Kurbelwelle noch eine Oberflächenbeschichtung, das so genannte Coating, zur Reibungsminimierung. Mehr Zuwendung kann man einem solchen Bauteil nur schwer widmen.

Die optimierte Dreikanal-ABC-Laufgarnitur findet sich ebenso wieder, wie die Kurbelwellenlager mit sehr reibungsarmen Keramikkugeln. Wer einmal erlebt hat, welche enormen Drehzahlen ein Speed-V-Spec zum Besten gibt, wird leicht nachvollziehen können, warum seitens O.S. derart stark auf geringe Reibungswerte und niedrige Massen geachtet wurde. Zur perfekten Abstimmung der Motorcharakteristik auf jede erdenkliche Streckenanforderung liegen dem Motor erneut drei verschiedene Venturieinsätze bei, ebenso wie die fast schon obligatorische O.S.-P3-Turboglühkerze.

Facelifting
Dass O.S. so schnell auf die Kundenwünsche reagiert hat, ist absolut positiv zu bewerten. Der in der Vergangenheit von uns getestete O.S. Speed V-Spec der ersten Generation zeigte zwar im Bereich der Thermik keinerlei Auffälligkeiten. Im Hinblick auf die mittlerweile massenhafte Verbreitung des Aggregats und die unterschiedlichen Bedingungen, unter denen es betrieben wird, können allerdings ein paar Reserven in Sachen Kühlung aber sicher nicht schaden.

Etwas unverständlich erscheint die Tatsache, dass die zwischen Schwungrad und Vergaserkörper positionierte Standgasschraube nicht auf die andere Seite des Vergasers versetzt wurde. Bei dem O.S.-28-XZ-Motor hat O.S. diesen Schritt bereits getan. Man ist sich also offensichtlich der Notwendigkeit bewusst. Hier wurde eine Chance vertan.

Wer seinen Motor auf Aluminium-Kühlung umbauen möchte, kann den neuen Kopf natürlich über seinen Fachhändler von Graupner beziehen. Wer sich aktuell für den Kauf eines kompletten Motors entscheidet, bekommt neben der AL-Variante noch einen weiteren Bonus: Die überarbeitete Version wurde in der unverbindlichen Preisempfehlung um satte 70,– Euro gesenkt.

Technische Daten
■ Hubraum: 3,46 ccm ■ Bohrung: 16,6 mm ■ Hub: 16,0 mm
■ Nutzbarer Drehzahlbereich: 3.000 bis 40.000 U/min
■ Leistung: 2,5 PS bei 34.000 U/min ■ Gewicht: 345 g
■ Empfohlener Verkaufspreis: 479,– Euro ■ Bezug: Fachhandel