Interview: Thomas Stenger über den Project 4x

In der aktuellen Ausgabe von CARS & Details gibt es einen ausführlichen Testbericht über den 1:10er-Tourenwagen Project 4x von Serpent. Thomas
Stenger war schon sehr früh in die Entwicklung beziehungsweise in die
Testsphase des Modells mit eingebunden. Seit dem Rollout des ersten Prototyps haben nur
wenige Piloten mit dem außergewöhnlichen Tourenwagen so viel Erfahrung
gesammelt und ihn getestet wie der junge Konstruktionsmechaniker vom MAC-Hütschenhausen.
Im Gespräch mit CARS & Details erzählt er, was er von
dem Modell hält.

CARS & Details: Wie war das Gefühl,
als Du mit dem Project 4x zum ersten Mal auf die Strecke fuhrst?

Thomas Stenger: Erst einmal war es
ein sehr spannender Moment, schließlich hatten vor mir nur wenige Fahrer die
Ehre, das Chassis zu testen. Ich war sehr überrascht wie einfach und direkt
sich der Serpent Project 4x fährt und wie dass er so gut auf Setup-Änderungen
reagiert.

Unterscheidet sich das Chassis in Bezug auf das Fahrverhalten
wesentlich zu einem anderen Tourenwagen-Chassis?

Ja, es
gibt deutliche Unterschiede. Der wesentliche Vorteil des Project 4x liegt in
dem äußerst niedrigen Schwerpunkt des Chassis. Dadurch neigt es kaum zum
Kippen. Somit sind auch extrem hohe Kurvengeschwindigkeiten möglich.

Viele Piloten sind von der Technik begeistert, fürchten aber, dass die
Einstellungen zu komplex sein könnten. Sind diese Bedenken gerechtfertigt
?

Nein,
absolut nicht. Dass Auto lässt sich sehr einfach einstellen und reagiert
präzise auf Setup-Änderungen. Mit dem Handbuch kommt man da ganz gut rein.

Lassen sich die innovativen Roll- und Hebedämpfer ähnlich einstellen
und anpassen wie normale Stoßdämpfer und Stabilisatoren?

Nicht
ganz. Der Rolldämpfer hat die gleiche Funktion wie ein Stabilisator am normalen
Auto. Grundsätzlich kann man genau die gleichen Einstellungen fahren. Es ist
aber sinnvoller, verschiedene Dinge beziehungsweise grundlegendes Wissen vom
normalen Auto nicht auf den 4x zu übertragen. Beim 4x beeinflusst man eher
direkt, wie sich das Auto nachher auf der Strecke verhält, also das
Rollverhalten mit den Rollfedern und Dämpfern, und Bodenwellen mit Hubfedern
und Dämpfern.

Der Project 4x ist, wie bereits erwähnt, ein technisch innovatives
Modell, allerdings auch mit entsprechend vielen mechanischen Teilen. Hat das
negativen Einfluss auf die Zuverlässigkeit?

Grundsätzlich
sollte man sich bewusst sein, dass wir über ein Wettbewerbsfahrzeug sprechen,
das für diesen Zweck konzipiert wurde, und nicht für den Einsatz auf Parklätzen
oder Bürgersteigen. Das Chassis erfüllt genau die gleichen technischen Anforderungen,
wie alle anderen Modelle dieser Klasse. Ich fahre den 4x jetzt schon einen
ganze Weile und er hat mich bis jetzt noch nicht im Stich gelassen.

6. Juli 2017