HPI Sprint 2 Flux von LRP electronic

HPI Sprint 2 Flux von LRP electronic

Der legendäre Sportwagen des Typs DeLorean aus dem Film Zurück in die Zukunft reiste seinerzeit mit dem Flux-Kompensator durch die Zeit. Eine ganz neue Technik, die Doc Emmet L. Brown erfunden hatte, um mit dem auffälligen Sportwagen die Geschichte zu erkunden. Im HPI Sprint 2 Flux verhält es sich ähnlich: Das Flux-System, bestehend aus Brushless-Motor und Fahrtenregler, sind technische Komponenten der neuesten Generation und sorgen für den nötigen Vortrieb. Schnell genug, um durch die Zeit zu reisen ist der Sprint 2 zwar nicht, aber die Karosserie erlaubt einen Blick in die Vergangenheit − und da waren Doc Brown und Marty McFly ja auch.

Seit dem Jahr 2001 hat die Firma LRP den HPI-Sprint im Programm. Der Sprint 1 wurde seinerzeit ergänzt durch den Sprint GTI − fast baugleich, aber mit erheblich kürzerem Radstand. Dieser legte den Grundstein für eine der erfolgreichsten Klassen in der LRP-HPI-Challenge, nämlich der Klasse Challenge-GTI. Diese Klasse gibt es nun nicht mehr, sie wurde in diesem Jahr durch die Classic-Challenge ersetzt, in der zwei Chassis startberechtigt sind: Der HB Cyclone S und der seit einiger Zeit auf dem Markt befindliche HPI Sprint 2.

Auf eben diesem Sprint 2 baut das Ready-Set auf, das hier näher unter die Lupe genommen werden soll. Das Set ist für Einsteiger konzipiert, obwohl man vorausschicken muss, dass es sich beim Sprint 2 um ein voll renntaugliches Fahrzeug handelt. Man erinnere sich: Das erste 24-Stunden-Rennen von Kastellaun vor einigen Jahren wurde ausschließlich mit Sprint-1-Fahrzeugen ausgetragen, von denen fast alle die komplette Distanz durchhielten. Ein Indiz für die Zuverlässigkeit und Ausgereiftheit des Fahrzeugs. Dem steht der Sprint 2 in nichts nach.

Das Set
Lieferbar ist der Sprint 2 Flux mit zwei wunderschönen Karossen. Zum einen mit der des aktuellen Ford Mustang, zum anderen dem Mustang des Modelljahres 1966, also der Epoche der amerikanischen Muscle-Cars. Beim Öffnen des großen Kartons fällt der Blick sofort auf die in dunklem Rot lackierte Karosserie aus der Vergangenheit. Bei dem Anblick kann man es kaum erwarten, das Modell vor sich auf dem Tisch stehen zu haben, um es zunächst einmal ausgiebig auf sich wirken zu lassen.

Das Modell kommt auf den Challenge-konformen, sehr schön profilierten Rennreifen daher. Diese sind auf ebenso schönen Retro-Felgen mit einer Breite von 26 Millimeter vorne und 31 Millimeter hinten aufgezogen. Der Ford verzichtet auf Spoiler-Schnickschnack. Das lässt bereits erahnen, dass dieses Fahrzeug nicht dazu gedacht ist, neue Rundenrekorde auf der Rennbahn zu erzielen, sondern einfach nur Fahrfreude zu bereiten. Es liegt zwar ein Heckspoiler in der Packung bei, doch diesen montierten wir der Optik halber nicht. Weiterhin befinden sich ein Stickerbogen, die Bauanleitung sowie ein Sender im Karton. Außerdem kann man noch auf ein paar Kunststoffteile zur Veränderung von Fahrwerksparametern wie zum Beispiel Nachlauf oder Vorspur hinten zurückgreifen.

Der Sender im 27-Megahertz-Band mit der Bezeichnung TF 1 ist ein alter Bekannter. Er verfügt über alles, was ein Sender braucht: Lenk- und Gas-/Bremsservo sowie Reverse und Trimmung. Mehr braucht man nicht. Es müssen jedoch vor der Inbetriebnahme acht Mignonzellen eingesetzt werden, ebenso ein Fahrakku. Alles andere ist vorhanden, man kann also voll und ganz von RTR sprechen. Da der Stecker am Regler nicht so ganz verbreitet ist und mit den vorliegenden Akkus nicht harmonierte, wurde hier kurzerhand auf die ebenfalls sehr kontaktsicheren 4-Millimeter-Goldkontakt-Stecker umgerüstet.

Das mehrseitige Begleitheft ist sehr übersichtlich und gut gestalltet. Es handelt sich um keine Bauanleitung im herkömmlichen Sinne. Vielmehr sind dort die vorbereitenden Maßnahmen zum Betrieb des Fahrzeugs sowie die Durchführung der anfallenden Wartungsarbeiten beschrieben. Im Einzelnen sind dies Wartung der Reifen, der Riemenräder, der Antriebsknochen und Radachsen, Austausch von Motor und Ritzel, Riemenwechsel und Eigenheiten der RC-Anlage. Alle Ersatzteile sind im Maßstab 1:1 abgebildet, hinzu kommen noch Explosionszeichnungen des gesamten Fahrzeugs. Die abgebildeten Tuningteile machen letztendlich Appetit auf mehr. Mit allen diesen Angaben sind auch Einsteiger nicht überfordert. Da das Auto ja bereits zusammengebaut ist, benötigt man auch keine komplette Bauanleitung. Das mehrseitige Hinweisblatt, welches die Einstellung des Fahrtenreglers zum Thema hat, geht gesondert auf den Einsatz von LiPo-Akkus ein. Dafür gibt es ein eigenes Regler-Programm, damit diese nicht tiefentladen werden.

Das Wichtigste
Der Sprint 2 ist auf einem relativ dicken Kunststoffchassis mit verstärktem Rand aufgebaut. Das Oberdeck hat genau wie das Chassis eine neue Formgebung, der vom Sprint 1 bekannte Akkuhalter ist jedoch nahezu unverändert übernommen worden. Die Schwingen erhielten kleinere optische Retuschen. Sie besitzen zwei verschiedene Befestigungspunkte für die Dämpfer und haben eine Schraube zur Einstellung des Ausfederwegs. Die Sturzverstellung erfolgt über Rechts-links-Gewinde. Diese haben sogar einen manierlichen Sechskant zur Längenkorrektur.

Achsschenkel und Radträger mit Lenkhebel sowie die C-Hubs bestehen aus sehr festem Kunststoff von hinreichender Zähigkeit, um auch mal einen Rempler wegstecken zu können. Aus dem gleichen Material sind auch die Dämpferbrücken gefertigt, welche vorne drei und hinten vier Befestigungspunkte für die Dämpfer aufweisen. Diese wurden aus dem Nitro 4 übernommen. Sie sind herkömmlich aufgebaut. Zum Einsatz kommen weiterhin die schwarzen Standard-Federn aus dem HPI-Sortiment. Die Höhenverstellung erfolgt durch Klipse in verschiedenen Stärken.

An der Lenkung und der Schubstange für das Lenkservo findet man die gleichen Rechts-links-Gewinde wie an der oberen Radaufhängung vor. Die Spur der Vorderachse ist also im Gegensatz zum Vorgängermodell nun auch variabel. In der Lenkung ist bereits ein Servosaver integriert, der durch eine Alu-Rändelmutter in seiner Härte einstellbar ist. Der Allrad-Antrieb selbst ist ein alter Bekannter. Die Motorkraft gelangt über das Hauptzahnrad auf die Zwischenwelle und von dort aus über Leichtlaufriemen zu den beiden Kegeldifferenzialen. Vier Antriebsknochen besorgen von da ab den Antrieb aller vier Räder. Zur Serienausstattung gehört beim Sprint 2 auch ein am Oberdeck montierter Riemenspanner für den vorderen langen Riemen. Diesem hätte jedoch statt einer Gleit- eine Kugellagerung besser zu Gesicht gestanden.

Das Gegenstück zum TF-1–Sender bildet der Empfänger des Typs RF-1. Da für diesen kein Platz auf der Chassisplatte verbleibt, klebt man ihn kurzerhand auf das Oberdeck. Das istfür den Schwerpunkt nicht optimal, aber was soll’s.

Richtungswechsel
Die Lenkung wird von einem SF-1-Servo bedient. Ein Standardservo, zweifelsohne, aber in diesem Fall völlig ausreichend. Bleibt noch das Herzstück des Autos zu erwähnen − der Namensgeber − das Flux-System. Damit gemeint sind der Flux Warp 5700 Brushless-Motor und der Flux Motiv Brushless-Regler. Letzterer verfügt über drei Steckkontakte, in welche die bereits am Motor angelöteten Kabel einfach nur eingesteckt werden. Die drei Lötsockel des Motors liegen im eingebauten Zustand sehr dicht am in violett eloxierten Halter der Mittelwelle. Aus diesem Grund hat HPI eine etwa 0,5 Millimeter starke Isolierfolie aufgebracht. Diese darf nicht entfernt werden, sonst könnte es funken!

Vor Inbetriebnahme ist noch der Regler einzustellen, dies ist mit Hilfe der Anleitung in Minutenschnelle erledigt. Wenn man sich zur Verwendung eines LiPo-Akkus entschließt, ist außerdem das LiPo-Programm zu aktivieren. Nach Einsetzten eines geladenen Fahrakkus, einem Nosram 2s-LiPo, erfolgte noch ein kurzer Check, bevor das Auto auf den Teppich gesetzt wurde. Alle Schrauben waren fest, die Parameter stimmten, selbst das Zahnflankenspiel und der Geradeauslauf waren ab Werk perfekt eingestellt.

Haftung
Die mit Haftmittel eingestrichenen Profilreifen benötigten etwa drei Runden, bis erstmals Griff aufgebaut wurde, dann aber entstand langsam ein besserer Kontakt zwischen Teppich und Reifen. Der Motor erwies sich als erstaunlich potent. Für Anfänger mit nervösem Gasfinger macht dies das Fahren sehr schwer, für Fortgeschrittene hingegen dürfte der Spaßfaktor unbestreitbar sein. Man kann das Fahrverhalten zwischen leicht untersteuernd über den saubere Drifts bis hin zur Heckschleuder variieren. Es kommt ganz darauf an, ob und wie viel Gas man in der Kurve gibt, oder ob man sogar bremst. Das Lenkservo ist hier in keiner Weise überfordert. Das gesamte Paket passt. Das Modell hinterlässt einen durchweg guten Eindruck.

Fazit
Anfänger, die das an sich gutmütige Auto erwerben, können durch das kräftige Antriebssystem in Zusammenwirken mit den nicht allzu griffigen Nostalgie-Reifen relativ schnell an ihre Grenzen stoßen. Hier steht dann Üben auf dem Programm. Für Fortgeschrittene hingegen ist grenzenloser Fahrspaß angesagt.