Ultima RT5 von Kyosho

High Five - Seite 1/2

Erstellt am: 26. März, 2010

Kategorie: Modelle

Text
Oliver Tonn

Fotos
Oliver Tonn

Hersteller/Importeur
Kyosho

Internet
»http://www.kyosho.de

Klasse: Elektro-Offroad

Maßstab: 1:10

Preis: 329,- Euro

Magazin:  RC-Truggy-Action

Ausgabe: Ausgabe 01/2010

Erschienen im: März 2010

»Inhaltsverzeichnis

»Abo-Angebote

»Jetzt Bestellen!

Ausgabe 01/2010
Ultima RT5 von Kyosho

Elektro-Stadiumtrucks im Maßstab 1:10 gehörten bereits während der Anfänge des RC-Car-Hobbys zu den Offroadern, mit denen Wettbewerbe gefahren wurden. Der Reiz der kleinen und leichten Renner ist bis heute ungebrochen. Kyoshos Ultima RT5 setzt diese Tradition nahtlos fort und verspricht schon mit dem Namen maximale Performance.

Einer der wichtigsten Eckpunkte eines Stadiumtrucks dieses Maßstabs ist der Antrieb, denn der Motor versorgt ausschließlich die Hinterräder mit Vortrieb. Wird ein Elektromotor als Kraftquelle genutzt, so sitzt er in fast allen Fällen hinter der Hinterachse. Oftmals basieren die Trucks auf Buggy-Pendants und wurden per verlängertem Chassis, breiteren Querlenkern und einer entsprechenden Karosserie auf die neuen Belange angepasst. All das gilt auch für den Ultima RT5, der seine Gene mit Kyoshos RB5-Buggy teilt.

Beuteltier
Vor dem Fahrspaß gibt es Einiges zu tun. Der Ultima kommt, wie es sich für ein Wettbewerbsmodell gehört, in Einzelteilen zu seinem neuen Besitzer. Wer schon mal ein Kyosho-Modell gebaut hat, dem wird mit hoher Wahrscheinlichkeit die gewöhnungsbedürftige Verteilung der einzelnen Parts aufgefallen sein. Der RT5 macht hier keine Ausnahme. Zwar sind seine Komponenten in nummerierten Beuteln verpackt, aber schon kurz nach Beginn der Montage sind mehrere der Beutel gleichzeitig zu öffnen, ohne dass einer von ihnen bereits vollständig geleert wäre.

Die mit vielen Abbildungen versehene Anleitung gibt zwar in den meisten Fällen Hilfestellung, lässt die neuen Besitzer dafür aber bei der richtigen Übersetzung vollkommen im Dunkeln tappen. Nimmt man die Tatsache hinzu, dass die meisten Parts noch aus ihren jeweiligen Teilegittern entfernt werden müssen, bleibt unter dem Strich festzuhalten, dass beim Aufbau des RT5 neben der eigentlichen Montage viel Zeit für Nebentätigkeiten einzuplanen ist.

Die Entschädigung dafür folgt auf dem Fuße, denn schon bald zeigt sich eine Eigenschaft, die wir von Kyoshos Wettbewerbsbaukästen ebenfalls gut kennen: die hervorragende Passgenauigkeit. In allen Bereichen, in denen bewegliche Teile positioniert werden, herrscht nur minimales Spiel. Klemmen oder Verkanten gibt es am RT5 nicht. Ein gutes Beispiel dafür ist die vordere Radaufnahme. Hier sind diverse kleine Passscheiben in der richtigen Reihenfolge einzusetzen. Im Zusammenspiel mit den Teflon-gedichteten Radlagern ergeben sich optimal leicht drehende Räder, die dazu noch einer absolut präzisen Lenkung in die Karten spielen.

Die Basis
Der Grundaufbau des RT5 orientiert sich vollständig an der eingangs beschriebenen Klassennorm. Als Werkstoff dient hauptsächlich faserverstärkter Kunststoff mit hoher Steifigkeit. Grundsätzlich ist die moderne Kunststoffproduktion in der Lage, Mischungen für jeden Zweck herzustellen. Einstiegsmodelle verfügen meist über recht weiche, die viel Energie absorbieren können. Dadurch bleiben Crashs oftmals ohne Konsequenzen. Allerdings verbiegen solche Teile auch dann, wenn sie es nicht sollen, nämlich unter normalen Lastzuständen. Das führt zu einem unpräzisen Fahrverhalten. RC-Cars, die in Wettbewerben eingesetzt werden, basieren daher meist auf steifen und wenig flexiblen Kunststoffen, die dafür maximale Performance bieten. Diesem Ansatz folgt auch der Ultima-Truck.

Da es auf der Offroad-Piste bekanntlich sehr rau zugehen kann, sorgen vier Öldruckstoßdämpfer für Ruhe im Fahrwerk. Auch sie bestehen aus einer sehr großen Anzahl von Einzelteilen, die im Zusammenspiel feinfühlige und reibungsarme Ergebnisse liefern. Die Befüllung mit dem mitgelieferten Silikonöl ergibt ein relativ niedriges Trägheitsmoment, sodass auch schnelle Überfahrten von gröberen Unebenheiten kein Problem sein sollten. Normalerweise würden an dieser Stelle die fehlenden Gummibälge zum Schutz der Dämpferkolben angemahnt. Allerdings sind Modelle dieser Klasse meist auf mehr oder weniger sauberen Teppichstrecken unterwegs, sodass der Verzicht auf die Bälge zugunsten einer linearen Dämpfung durchaus nachvollziehbar ist.

Die Verteilung der Komponenten auf dem Chassis erfolgte in klassentypischer Weise: mittiger Antriebs­akku, links und rechts davon Regler und Empfänger und das Servo hinter der vorderen Stoßdämpferbrücke – das erwartet man von einem 1:10er-Stadiumtruck. Dass ein Wettbewerbsmodell wie der Ultima RT5 neben Rechts-links-Gewindestangen und verschiedenen Aufnahmepunkten für die Stoßdämpfer auch über alle anderen denkbaren Setup-Optionen verfügt, ist fast schon selbstverständlich. Hier kann man sich so richtig austoben und alle Parameter auf die jeweiligen Gegebenheiten und die eigenen Vorlieben anpassen.