Team Associated SC8e RTR

Mit Brushlesspower ins neue Zeitalter

Erstellt am: 27. April, 2011

Kategorie: Modelle

Text
Frank Jaksties

Fotos
Frank Jaksties

Hersteller/Importeur
Thunder Tiger

Internet
»www.thundertiger-europe.com

Klasse: Elektro-Offroad

Maßstab: 1:8

Preis: 749,- Euro

Magazin:  RC-Short-Course-Action

Ausgabe: Ausgabe 01/2011

Erschienen im: April 2011

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Ausgabe 01/2011
Team Associated SC8e RTR

2009 brachte Team Associated mit dem SC8 einen der bis dahin wohl größten Short Course-Trucks auf den Markt. Im Maßstab 1:8 und ursprünglich mit Nitropower ausgestattet, gab es schon in den ersten Monaten, die der Truck auf dem Markt war, einige Umbauten auf Brushlessantrieb im Internet zu sehen. Dieser stetig wachsende Boom des bürstenlosen Elektroantriebs ließ die Ingenieure bei Team Associated ebenfalls nicht kalt. So musste eine Brushlessvariante des SC8 her. Gesagt, getan. Und der SC8e muss sich keineswegs hinter seinem Nitrobruder verstecken.

Ready-to-run-RC-Cars haben bei eingefleischten Modellsportlern einen eher mittelmäßigen Ruf. Sind die nicht für Anfänger und bastelunfreudige Leute gedacht? Eigentlich schon, denn in einem RTR-Set hat man alles, was für den Einstieg in den RC-Car-Sport benötigt wird. Ein komplettes Auto mit eingebauter Elektronik und eine dazu gehörige Fernsteuerung umfassen meist Pakete dieses Genres. So auch beim SC8e RTR. Allerdings hat sich Team Associated bei den verbauten und mitgelieferten Komponenten keineswegs lumpen lassen. So kommt für die Kontrolle des Fahrzeugs nicht etwa eine 27-Megahertz-Fernsteuerung zum Einsatz. Nein, hier wird nicht gespart, sondern gleich eine hochwertige XP3-SS 2,4-Gigahertz-Fernsteuerung mitgeliefert. An ihr lassen sich die wichtigsten Parameter einstellen. Servo-Reverse, Dual Rate für die Lenkung ebenso wie die Nullstellung für Gas und Lenkung sind hier spielend leicht zu justieren. Drei LED informieren über den Ladezustand der acht Senderbatterien, die noch separat zu erwerben sind.

Triebwerk
Der winzige 2,4-Gigahertz-Empfänger wirkt in der großen Empfängerbox des SC8e fast etwas verloren. Er ist mit seinen geringen Abmaßen sehr kompakt und wartet dennoch mit vier Kanälen auf. Das Herz des Short Course-Trucks ist jedoch das Antriebsset. Ein großes Modell wie der SC8e, benötigt genügend Schub, um die 4.000 Gramm Lebendgewicht in Wallung zu bekommen. Hier braucht es mehr, als einen kleinen 540er-Brushlessmotor und einen Standardbrushlessregler. Da liegt es nahe, sich bei der amerikanischen Edelschmiede Castle Creations zu bedienen. Diese haben in der Vergangenheit bewiesen, dass sie es verstehen, hochwertige Komponenten zu fertigen.

Das Antriebsset besteht aus einem Mamba Max Pro Brushlessregler und einem Mamba Motor mit 2.200 Umdrehungen pro Minute und Volt. Die Leistung, mit denen der Mamba Max Pro aufwartet, ist beeindruckend. Er lässt sich mit bis zu 6s-LiPos, also 22,2 Volt Betriebsspannung betreiben. Damit ihm dabei nicht zu warm wird, ist von Haus aus ein Lüfter installiert. Dieser ist so in das Gehäuse des Reglers integriert, dass er bestens gegen äußere mechanische Einflüsse geschützt ist. Der Lüfter wird über die Software des Reglers geregelt. So wird er nur angeschaltet, wenn die Temperatur des Reglers über 60 Grad Celsius steigt. Wer bereit ist, noch ein wenig mehr zu investieren und sich den Castle Link-Adapter und das USB-Kabel dazu kauft, kann den Regler über den PC in vielen Parametern einstellen und optimieren. Egal ob Powerkurve oder Timing des Motors – beim Mamba Max Pro lässt sich einfach alles einstellen. Ebenso kann man die Fieldcard des Herstellers erwerben. Sie macht es möglich, die gängigsten Parameter unterwegs einzustellen.

Als Gegenpart zum Regler hat der SC8e einen richtigen Brushlessmotor verpasst bekommen. Einen 74 Millimeter langen und 40 Millimeter dicken Castle Creations-Motor mit 2.200 Umdrehungen pro Minute und Volt. Auf seiner 5-Millimeter-Welle können alle Standardritzel mit Modul 1 verwendet werden. Dieser Motor hat sich ebenfalls über die Jahre bestens bewährt und deshalb auch den Weg in den SC8e gefunden. Diese Combo wird Neueinsteiger und alt eingesessene Short Course-Cracks überzeugen.

Gemixt
Der Motor ist mit dem blau eloxierten Motorhalter verschraubt, der gleichzeitig als hintere Aufnahme des Mitteldifferenzials dient – das hält. So sieht es auch beim Rest des Trucks aus. Hier kommen Wettbewerbskomponenten aus der 1:8er-Offroadszene zum Einsatz. Der SC8e hat dabei das Chassis des RC8T Nitrotruggys gepaart mit den Achsen des RC8B ­Buggys spendiert bekommen. Auch hier wieder bewährte und vor allem zuverlässige Technik. Das Mitteldifferenzial ist gegenüber der Nitrovariante mit einem Hauptzahnrad aus Kunststoff bestückt. Dadurch wird der Antriebsstrang so laufruhig, dass man den Truck kaum hört.

Nach genauerer Inspektion stellte sich heraus, dass das Mitteldifferenzial undicht war und seine Silikonölfüllung langsam auslief. Um dem Fehler auf den Grund zu gehen, wurde kurzerhand das Diff demontiert und die vier Schrauben, die das Hauptzahnrad halten, gelöst. Ein Blick ins Innere zeigte, dass es nun mehr nur noch halbvoll mit Silikonöl war. Eine nähere Durchsicht der gesäuberten Teile förderte ein paar kleine Gußreste an der Dichtfläche des Diffs zu Tage. Nach dem Entgraten des Diffgehäuses bekam es eine neue Füllung und konnte wieder montiert werden. Auch nach mehr als 20 Akkuladungen ist das Diff noch absolut dicht. Ein ahnliches Bild zeigte sich an einem der vier dicken 16-Millimeter-Big-Bore-Kunststoffstoßdämpfer: Vorne rechts war die Gummimanschette immer wieder mit Öl benetzt. Hier war eine nicht ganz feste Dichtungskappe der Grund für die Undichtigkeit. Öl musste keines nachgefüllt werden.

Zu den Highlights des Modells gehört auf jeden Fall die detailgetreue Karosserie, die bereits ab Werk lackiert und mit Aufklebern versehen ist. Unter ihr findet man ein weiteres Schmuckstück: den Überrollkäfig. Er ist aus Kunststoff gefertigt und besteht aus mehreren miteinander verschraubten Sektionen. Direkt hinter den Vorderrädern ist ein Schmutzfänger angebracht, der den gröbsten Dreck der Räder abhält. Gleiches findet man auch an der Hinterachse, wobei sich dort der Kunststoff um die Seiten nach innen zieht. Befestigt wird der Käfig recht simpel und effektiv an den vier Karohaltern mittels Klammern. Auf diese wird dann lediglich noch die Karosserie aufgesetzt.

Look-alikes
Bei den Felgen handelt es sich um Nachbauten der KMC-Felgen, wie sie beim Original eingesetzt werden. Die gold eloxierten Beadlockringe sind allerdings nur Schein und haben keine Funktion, denn die Reifen sind innen und außen mit den Felgen verklebt. Hier sollte bereits vor der ersten Ausfahrt etwas nachgearbeitet werden, da die Reifen nicht perfekt verklebt sind. Das Profil der Reifen eignet sich für jeden Untergrund, da die Mischung des Gummis für enormen Grip sorgt. Durch die 17-Millimeter-Mitnehmer lassen sich zudem viele gängige Zubehörfelgen verbauen.

Die erste Ausfahrt wurde mit einem 4s-LiPo vorgenommen. 14,8 Volt speisten so Regler und Motor. Die Entfaltung der Brushlesspower ist dermaßen brutal, dass man meint, der SC8e würde versuchen, die Pflastersteine aus der Straße zu graben. Das Drehmoment des Motors steht von Anfang an voll zur Verfügung. Die Zeit vom Ziehen des Gashahns bis zur Topspeed ist verschwindend gering. Der SC8e fliegt förmlich über die Straße. Dabei arbeitet das Fahrwerk hervorragend und der Short Course-Truck legt sich in jede Kurve. Die Stabilisatoren an beiden Achsen helfen dabei, die Traktion beizubehalten.

Mit dem verwendeten 4s-LiPo mit 4.500 Milliamperestunden Kapazität lässt sich eine Fahrzeit von ungefähr 20 Minuten erzielen. Das zeigt, dass der Mamba Max Pro-Regler mit dem 2.200er-Motor eine effiziente Variante darstellt. Der erste Härtetest fand auf einer Indoorstrecke statt. Der dortige Teppich bot exzellenten Grip. Schlupf der Antriebsräder konnte man nur auf dem ersten Meter mit Vollgas erkennen. Allerdings war der 4s-LiPo für den engen Kurs zu viel des Guten. So viel Leistung war hier unangemessen. Er wurde daher gegen einen 3s-LiPo mit 11,1 Volt Nennspannung getauscht. Damit ließ es sich wesentlich einfacher und gleichmäßiger fahren. Power war trotz der niedrigeren Spannung immer noch ausreichend vorhanden, um Sprünge und Tables zu meistern.

Airshow
Das Flugbild war stets ausgeglichen und mit Gas und Bremse bei Bedarf leicht zu korrigieren. Outdoor konnte der SC8e dann mit insgesamt 4s befeuert seine ganze Kraft entfalten. Dank des Allradantriebs ließ sich der Short Course-Truck gezielt über die präparierte Piste zirkeln. Die Reifen hatten ausreichend Grip. Sollte man mal einen Wettbewerb damit austragen wollen, kann auf andere Reifen umgesattelt werden. Aber da es für diese Größe von Short Course-Modellen noch keine eigene Klasse gibt, ist die Serienbereifung allemal ausreichend.

Fazit
Der SC8e von ­Thunder Tiger hat Leistung ohne Ende und sieht zudem auch noch richtig gut aus. Die Zuverlässigkeit des Antriebstrangs und die Haltbarkeit der Kunststoffteile verdienen die Bestnote.