Neben dem im Maßstab 1:10 gehaltenen Lifted-Truck gehört der graue Losi MRX15 27-Megahertz-Pistolensender zum Lieferumfang. Dieser bietet alles, was zum Betrieb eines Modells wie dem High Roller notwendig ist. Dazu gehören neben der Trimmung für Gas und Lenkung natürlich auch zwei Servo-Reverse-Schalter an der Oberseite der Anlage. Auch der Lenkeinschlag ist über einen Drehregler einstellbar.
Papierkram
Bezüglich der Bedienungsanleitung ist festzustellen, dass nur eine englische Ausführung beiliegt. Sie ist aber durch die vielen Bilder recht verständlich und ermöglicht auch Anfängern einen leichten Einstieg in das Offroad-Fahren. Das ebenfalls im Beipack enthaltene Werkzeug, besteht aus einem Kreuz-Sechskantschlüssel, der allerdings nur aus Kunststoff gefertigt ist und dem bei Losi üblichen Zoll-Inbusschlüssel. Eine Bauanleitung sucht man vergebens, dafür ist aber eine sehr detailreiche Explosionszeichnung, in der sämtliche Ersatzteilnummern den Teilen zugeordnet sind, dabei. Für das Differenzial und die Dämpfer sind jeweils separate Explosionszeichnungen vorhanden. Auch hier ist alles sehr detailreich und mit Ersatzteilnummern abgedruckt.
Die einzigen Komponenten, die man zum Betrieb noch braucht, sind acht Mignonzellen, oder besser gleich Akkus für den Sender, ein 7,2-Volt-Stick-Pack zum Betrieb des Cars und natürlich ein Ladegerät, um die Akkus zu laden. Der Losi High Roller ist eine Nachbildung der beliebten Lifted-Trucks aus den USA. Das Modell ist auf einem realistisch aussehenden Wannen-Chassis im Gitterrohrrahmen-Look aufgebaut. Um das Ganze von unten zu schützen, sind vorne und hinten Skid-Plates angebracht. Im Gelände verhindern diese, dass Steine und andere Gegenstände das Chassis beschädigen. Die sehr vorbildgetreue Truck-Karosserie, die riesigen Chromfelgen, die All-Terrain-Reifen und die mächtigen Alu-Öldruckstoßdämpfer geben dem Truck ein sehr realistisches Aussehen. Die Stoßdämpfer sind wie bei den Originalen nahezu vertikal angeordnet und dämpfen jeden der vier Achsschenkel einzeln. Die Dämpferbrücke sowie die Querlenker bieten dennoch mehrere Möglichkeiten, um die Dämpferneigung einzustellen.
Spargeltarzan
Nachdem nun die Karosserie abgenommen ist, fällt erst richtig auf, wie schmal das Chassis eigentlich gehalten ist. Der Akku ist dabei genau auf der Längsachse im hinteren Drittel platziert. Die beiliegenden Schaumstoffklötze ermöglichen es, das 7,2-Volt-Stick-Pack im Akkuschacht unterschiedlich zu positionieren. Es ist also möglich, die Gewichtsverteilung des Modells durch den Akku zu beeinflussen.
Eine RC-Box für Regler und Empfänger sucht man beim High Roller allerdings vergebens. Die RC-Komponenten sind Schmutz und Feuchtigkeit schutzlos ausgeliefert. Der elektronische Fahrregler ist direkt vor der Hinterachse mit Servotape über dem Akku angebracht, der Empfänger auf Höhe der Vorderachse. Das hat zur Folge, dass das Reglerkabel durch das ganze Chassis zum Empfänger verlegt werden muss, was aufgrund des sehr langen Reglerkabels aber kein Problem ist.
Das Lenkservo ist hinter dem Empfänger, und wie bei vielen Monster Trucks mit dem Servohorn nach unten eingebaut. Von dort führt das Lenkgestänge über einen einstellbaren Servosaver und ein Gestänge aus 3,5 Millimeter dickem Stahl direkt zu den Kunststoff-Radträgern. Über dieses Gestänge, das mit Schlüsselflächen versehen ist, kann man die Vorspur an der Vorderachse einstellen. Der Radsturz hingegen ist an Vorder- und Hinterachse einstellbar. Der benötigte Schlüssel ist aus einem 1,5 Millimeter dicken, schwarz lackierten Blech und liegt dem Modell bei. Die großen Dämpfer sind aus Alu gefertigt. Die Dämpferkappen und die Rändelmuttern sind zudem blau eloxiert.
High Voltage
Der verbaute Elektromotor Losi LM-32K der Baugröße 540 leistet laut Hersteller 32.000 Umdrehungen pro Minute. Ob das für den High Roller genügt, muss der Praxistest erst noch zeigen. Losi greift bei diesem Modell auf ein verstärktes Planetendifferenzial zurück. Dieses soll für den Drehzahlausgleich der zwei angetriebenen Hinterräder sorgen. Am Getriebegehäuse befindet sich eine kleine Öffnung, über die man den Slipper verstellen kann. Zum Öffnen dieser Luke wird kein Werkzeug benötigt. Die Kraftübertragung vom Differenzialausgang zu den Rädern übernehmen Antriebswellen in Knochenbauweise. Die Antriebsräder werden nicht wie üblich auf ein Sechskant aufgesteckt. Hier funktioniert die Kraftübertragung nur durch einen kleinen, sehr dünnen Metallstift, der in der Antriebswelle steckt und beim Aufsetzen des Rads genau in den dafür vorgesehenen Schlitz in der Felge passen muss.
Nachdem bei allen Schrauben noch mal die Festigkeit kontrolliert worden war, ging es nun raus auf die Straße. Als Erstes den Akku in das „Easy Access“-Batteriefach legen und die Akkubefestigung mit einem Splint sichern. Die andere Seite der Befestigung wird durch eine Nut im Chassis geführt und so gehalten. Das ermöglicht ein wirklich schnelles Wechseln des Fahrakkus.Trotzdem wirkt das Ganze sehr robust.
Nun Sender und Regler auf „An“ stellen und ein Setup am Regler durchführen. Das klappte auch mit englischer Beschreibung hervorragend. Der Lenkausschlag war leider vertauscht, das war aber am Sender mit dem Servo-Reverse-Schalter sofort zu beheben. Dann noch schnell austrimmen und die ersten Meter konnten gefahren werden. Ein leichtes Drücken des Gasreglers und der High Roller setzte sich zum ersten Mal in Bewegung. Was als Erstes auffiel, war die Feinfühligkeit, mit der der Regler den Motor zum Leben erweckte. Alle Funktionen arbeiteten gut. Auch beim Reichweitentest gab es keine Probleme und so wurden die ersten Runden auf dem Asphalt gedreht.