Nach einigen Zügen am Anreißstarter erwacht der Motor des Mega Beetle zum Leben. Er hat bereits eine komplette Tankfüllung des Zweitaktgemischs verbrannt und läuft absolut rund. Die Karosserie aufsetzen und das typische Großmodellchassis wandelt sich zu einem coolen Rennkäfer. Ein beherzter Zug am Gashebel und das Monster setzt sich in Bewegung. Erst verhalten, doch danach beginnt der Sprint über die sandige Ebene, die von einem infernalischen Motorengeräusch begleitet wird. Die Geradeausfahreigenschaften sind ausgezeichnet und der Beetle ist gut zu kontrollieren. Unebenheiten bügelt das gut abgestimmte Fahrwerk ohne Weiteres aus und das Überqueren kleiner Rampen bei Vollgas quittiert das Monster mit einer netten Flugeinlage. Das Ende der Sandgrube naht und es wird Zeit, in die Eisen zu gehen. Den Bremsbefehl setzt der Mega Beetle direkt um. Die Doppelscheibenbremse bringt den Renner nach wenigen Metern zum Stehen. Kehrtwende um 180 Grad und wieder Vollgas. Nun geht es zurück und der Puls des Manns an der Funke steigt an, wenn das Monster in wenigen Meter Entfernung an ihm vorbeizieht. Doch alles der Reihe nach.
Dickes Ding
Nach dem Öffnen des Kartons des Mege Beetles hat man einen etwas anderen Monster Truck vor sich. Keine Spur von der typischen, kantigen Karosserie mit der angedeuteten Ladefläche. Hier ist alles rund. Die Karo erinnert in ihrer Form sehr an einen VW-Käfer. Die daraus resultierende Optik ist der Hammer. Basierend auf der Grundfarbe schwarz ist auf der Karosserie ein Tribal-Muster in Weiß, Blau und Orange aufgebracht. Die Fenster sind durchsichtig und ermöglichen einen ersten Blick auf das Chassis des Monsters. Ein Schriftzug an der Seite und ein Decal, dass mit 4 x 4 in großen Lettern auf den Allradantrieb des Beetle hinweist, runden das Gesamtbild ab. Befestigt wird die Karo über vier große Klammern auf Kunststoffhalterungen, die auf dem Chassis verankert sind. Ein großer Spoiler liegt dem Set bei und wird mithilfe von zwei weiteren Klammern befestigt. Voila, fertig ist das Monster im Maßstab 1:5.
Der Lieferumfang beinhaltet des Weiteren eine deutschsprachige Bedienungsanleitung, die reich bebildert die Inbetriebnahme des Mega Beetle beschreibt und dessen Aufbau erläutert. Sollte mal ein Eingriff notwendig sein, um ein defektes Teil auszutauschen, bieten die detaillierten Explosionszeichnungen hierzu eine gute Hilfestellung. Als Sender liegt dem Amewi-Monster eine Fernsteuerung bei, die mit störungssicherer 2,4-Gigahertz-Technik arbeitet. Sie liegt gut in der Hand und verfügt über eine ganze Reihe an Einstelloptionen. Dazu aber später mehr.
Was wird noch benötigt, um dem Monster Beine zu machen? Nicht viel. Das Wichtigste bei einem Verbrenner-Modell ist der Sprit. Hier ist die Investition in Nitro-Sprit nicht erforderlich. Der 26-Kubikzentimeter-Motor läuft mit einer Zweitaktmischung im Verhältnis 25:1. Einfach Super-Benzin mit Zweitaktöl mischen, fertig. Natürlich will auch der Empfänger mit Strom versorgt werden. Hierzu wird ein 6-Volt-Empfängerakku benötigt. Vor dem Kauf ist es ratsam, sich die Box mal anzuschauen, in der der Akku später untergebracht werden soll. Für ein Straight-Pack ist hier kein Platz, ein Hump-Pack muss her. Beim Testmodell kam ein Energiespender mit einer Kapazität von 4.000 Milliamperestunden und 6 Volt Spannung zum Einsatz. Dieser garantiert langen Fahrspaß und knackige Servo-Bewegungen. Last but not least sollte man in ein Fläschchen Luftfilteröl investieren. Dieses verhindert das Eindringen von Kleinstpartikeln und verlängert die Lebensdauer des Motors nachhaltig.
Leistung satt
Entfernt man die Karosserie, präsentiert sich einem ein aufgeräumtes Großmodellchassis, auf dem ein Chung Yang R260-Motor verbaut ist. Das 26-Kubikzentimeter-Aggregat ist mit einem Seilzugstarter ausgerüstet und mit einem Aus-Schalter versehen. Dass Sicherheit groß geschrieben wird, zeigt sich an den diversen Aufklebern, die sich überall auf dem Chassis finden. Alleine vier schmücken den Motor und weisen darauf hin, dass das laufende Aggregat heiß wird und dass man die Aufkleber am besten entfernt, nachdem man sich ihre Botschaften verinnerlicht hat.
Zurück zum Motor. Dieser ist bereits über Schläuche mit dem Tank, der im vorderen Bereich des Chassis platziert ist, verbunden. Am Vergaser befinden sich die Kraftstoffpumpe, ein großdimensionierter Luftfilter und nicht zuletzt die Gemischschrauben für Volllast und Leerlauf sowie die Drosselanschlagschraube, die die Position der Drosselklappe und damit den Lufteinlass im Leerlauf reguliert. Hier findet sich auch ein weiteres, zum Starten des Motors relevantes Teil. Die Rede ist vom Choke, der beim Mega Beetle durch Umlegen eines unscheinbaren roten Kunststoffhebels betätigt wird. Der Choke wird benötigt, um beim Kaltstart ein fetteres Gemisch zu erzeugen und das Anspringen des Motors zu erleichtern. Damit der Funken auch überspringt, ist bereits werkseitig eine Zündkerze verbaut, sodass weitere Anschaffungen nicht notwendig sind. Seine Abgase atmet der Chung Yang-Motor über einen Standard-Schalldämpfer aus, der durch ein Reso-Rohr aus dem Ersatzteilsortiment von Amewi ersetzt werden kann.
Den Treibstoff stellt ein 700 Milliliter fassender Wettbewerbstank zur Verfügung. Dieser ist L-förmig aufgebaut und verfügt über eine Aussparung, in der die Antriebswelle vom Mitteldifferenzial zur Vorderachse führt. Wer möchte, kann den Kunststofftankdeckel durch ein Alu-Pendant ersetzen, das im Ersatzteilsortiment von Amewi zu bekommen ist. Für die Umsetzung der Gas-Brems-Befehle zeichnet ein stehend verbautes Servo neben dem Mitteldifferenzial verantwortlich. Dieses ist bereits mit einem vorkonfektionierten Gestänge versehen und stemmt mit seinem Metallgetriebe 18 Kilogramm. Es wiegt bei einer Länge von 60 Millimeter 168 Gramm und sein Gehäuse ist mit einem senkrecht verrippten Metall-Kühlmantel versehen. Es verfügt über eine Stellgeschwindigkeit von 0,14 Sekunden auf 60 Grad bei 6 Volt. Veränderungen am Servogestänge waren nicht erforderlich, wie der spätere Test zeigen sollte.
Angetrieben
Das Zahnrad auf der Kupplungsglocke verfügt beim Amewi-Monster über 37 Zähne und treibt ein weiteres Zahnrad mit 43 Zähnen an. Dieses setzt das schrägverzahnte Ritzel in Bewegung, das seinerseits das Mittelfifferenzial in Bewegung setzt. Einfache Technik, von Amewi mithilfe von Stahlzahnrädern, gut und solide umgesetzt. Und natürlich ist das Getriebe gut geschützt unter einer weißen Kunststoffabdeckung untergebracht, damit Steinchen oder Sand nicht für Karies an den Zahnrädern sorgen. Außerdem wurde auch hier an einen Sicherheitshinweis gedacht. Es versteht sich von selbst, dass der gesamte Antriebsstrang des Mega Beetle kugelgelagert ist.
Für eine gute Verzögerung des Boliden sorgt eine Doppelscheibenbremse. Die Bremsscheiben werden von jeweils zwei Belägen in die Mangel genommen und bringen den Mega Beetle schnell und zuverlässig zum Stehen. Vom Mitteldifferenzial aus übernehmen Antriebswellen in Knochenbauweise die Weiterleitung der Motorkraft zu den Achsen. Oder besser gesagt zu den solide ausgeführten Achsdifferenzialen in Zweispider-Bauweise. Diese sind ab Werk gut geschmiert und laufen rund.
Von den Outdrives führen Knochenwellen zu den Radachsen. Auf diesen sind über Mitnehmer, die mit zwei Madenschrauben befestig werden, die Räder montiert. Bei den Schlappen handelt es sich um breite Monster-typische Reifen mit einem grobstolligen Profil. Die 185 Millimeter hohen Räder sind 110 Millimeter breit und bestehen aus einer schwarzen Sechsspeichen-Felge, einer Einlage und den Pneus. Diese sind werkseitig sauber verklebt.
Achsprinzip
Auf den Achsen lastet bei einem Großmodell ein enormes Gewicht. Daher ist eine solide Ausführung an diesen Stellen das A und O. Die unteren Querlenker sind als Schwingen ausgelegt, die oberen in Form von Rechts-links-Gewindestangen. Das gefällt, so lassen sich schließlich Einstellungen an Sturz und Spur ohne großen Aufwand vornehmen. An der Hinterachse können die oberen Querlenker an den C-Hubs sowie der Dämpferbrücke an jeweils zwei Stellen aufgehängt werden. Vorne gibt es lediglich eine Aufhängungsoption an den C-Hubs – hingegen zwei an der Dämpferbrücke. Hier gehen die Querlenker in Kunststoffstreben über, die über eine Verstrebung zusätzlich mit der Lenkmechanik und dem Differenzialgehäuse verbunden sind. Diese an sich schon solide Konstruktion wird über Alu-Streben – eine vorne, eine hinten – mit dem Chassis verbunden. Das hält.
Für die Federung im Gelände sorgen insgesamt vier Öldruckstoßdämpfer, für die der Ausdruck Big-Bore erfunden worden sein muss. Die Dämpfergehäuse sind aus Aluminium gefertigt und die Vorspannung der silbernen, recht harten Federn lässt sich über C-Klipse regulieren. Befestigt werden die Dämpfer an insgesamt sechs Punkten an den, aus Metall gefertigten Dämpferbrücken. Die unteren Querlenker bieten immerhin noch zwei Möglichkeiten der Befestigung. Somit kann der RC-Car-Pilot seinen Racer auf jede Strecke perfekt abstimmen.
Für die Lenkung ist ein Pendant des Gas-Brems-Servos verantwortlich. Es stellt ebenfalls 18 Kilogramm, ist jedoch liegend verbaut. Es betätigt eine solide Lenkmechanik, welche auf Rechts-links-Gewindestangen basiert, die mit den massiven, aus Alu gefertigten Achsschenkeln verbunden sind. Ein Servosaver schützt das Getriebe des Steuermanns vor Überlastung und daraus resultierenden Schäden. Beim Mega Beetle selber ist ein kleiner Kunststofframmer an der Front dafür verantwortlich, dass das Modell Crashs gut übersteht. Der Motor wird von einem Überrollkäfig aus schlagzähem Kunststoff geschützt, der sowohl auf der Chassisplatte als auch an der Dämpferbrücke befestigt ist.
Technik pur
Der Empfänger, der über eine Failsafe-Funktion verfügt, befindet sich in der mit Schrauben verschlossenen RC-Box auf der linken Chassisseite. Diese ist mit einem Schalter ausgestattet und muss lediglich noch mit einem Empfänger-Akku bestückt werden. Zu beachten ist, dass lediglich 6-Volt-Akkus in Hump-Pack-Auslegung Verwendung finden können. Ein Straight-Pack passt nicht hinein. Ist der Anschluss des Akkus erfolgt, einfach die Schrauben eindrehen und schon sind Akku und Empfänger geschützt platziert. Hier hätte auch der Einsatz von Karosserieklammern zum Verschließen der Box gereicht. Ein Akkuwechsel erfordert nun immer ein wenig Schraubarbeit, was jedoch nicht unbedingt ein Nachteil ist.
Der Empfänger bekommt seine Befehle von der dem Set beiliegenden Dreikanal-Fernsteuerung. Diese liegt gut in der Hand und bietet alle relevanten Einstellungen, um ein Verbrennermodell sicher um einen Kurs zu zirkeln. Dazu gehören Dualrate, eine Endpunkt-Einstellung sowie die gängigen Trimmungen. LED geben Aufschluss über den Zustand des Senderakkus und das Lenkrad ist mit einem Moosgummi-Überzug versehen. Positiv zu beurteilen ist ebenfalls, dass der Akkuschlitten, der die zum Betrieb nötigen acht Migonenzellen aufnimmt, durch einen Senderakku ersetzt werden kann. Auf diese Weise lässt sich das Gewicht der Funke reduzieren, was ihr Handling verbessert.
Soweit, so gut. Nun könnte es eigentlich losegehen. Vorher jedoch ist der Einsatz eines Lexanbohrers angeraten. Um dem Motor unter der Käfer-Karo eine gute Belüftung zu ermöglichen, werden einige Löcher in die Karosserie eingebracht. Dafür bieten sich zum Beispiel die Frontscheibe oder die Seitenfenster an. Das Aggregat wird es durch eine lange Lebensdauer danken.
Abfahrt
Nun geht’s auf zur Jungfernfahrt. Funke an, Modell an und nach einem kurzen Servo-Check wird mit der Kraftstoffpumpe Sprit angesaugt, der Choke geschlossen und am Starter gezogen. Nach drei Versuchen springt das Aggregat an und läuft. Das war einfach – keine Justage nötig. Also den Choke öffnen und bei ganz langsamer Fahrt den Motor einlaufen lassen. Nach einer Viertelstunde darf der Beetle das erste Mal zeigen, was in ihm steckt.
Ein ordentlicher Zug am Gashebel und das Monster sprintet los. Das Fahrwerk bügelt alle Unebenheiten der Piste perfekt aus und die fetten Pellen beißen sich förmlich in den losen Untergrund. Der gute Grip macht sich auch in Kurven bemerkbar: Wenn man bei Vollgas spontan einlenkt, folgt der Truck willig den Vorderrädern. Egal wie schnell man ist. Und selbst, wenn man voll auf dem Gas bleibt, ist kaum ein Übersteuern festzustellen. Der Mega Beetle schiebt direkt nach dem abrupten Einlenken lediglich kurz über die Vorderachse. Wenn man es auf extrem losem Untergrund dann doch mal übertreibt und das Heck ausbricht, lässt es sich durch gezielte Lenkbewegungen oder ein bisschen weniger Drehzahl schnell wieder beherrschen.
Bei allen Fahrmanövern fallen die absolut zuverlässig arbeitenden Servos auf. Das Lenkservo bietet zu jeder Zeit genügend Stellkraft und arbeitet genauso schnell, wie man es sich wünscht. Das Gas-Brems-Servo überzeugt ebenfalls durch enorme Stellkraft, die ausreicht, um binnen weniger Meter anzuhalten. Dennoch lässt sich die Bremse so genau dosieren, dass von leichtem Abbremsen bis zum Fast-Stoppie alles drin ist.
Auch das Sprungverhalten des Mega Beetle kann voll überzeugen. Dank der enormen Power ist kein großer Anlauf nötig und das großmodelltypische, etwas gemächlichere Fahrverhalten im Vergleich zu einem kleineren Modell, ermöglicht ein präzises Anfahren der Rampe. Bei normalen Geschwindigkeiten kann man einfach auf dem Gas bleiben und der Truck liegt sauber und gerade in der Luft. Selbst bei härteren Landungen sind darüber hinaus keine Probleme mit der Stabilität des Fahrwerks festzustellen. Mit diesem Monster Truck kann man fast alles machen, ohne dass etwas kaputt geht.
Die erste Tankfüllung reicht inklusive der Einlaufphase für eine Dreiviertelstunde. Danach wird das Monster unter die Lupe genommen. Verschleißerscheinungen, die über das normale Maß hinausgehen, sind keine festzustellen. Der Motor ist warm geworden, doch hält sich dies in einem vertretbaren Rahmen und dass man dem Racer zwischen zwei Tankfüllungen eine Pause gönnt, ist ja schließlich normal. Test bestanden, Daumen hoch. Ein Modell, das Spaß macht!
Alles in Allem lässt sich dem Mega Beetle ein absolut neutrales Fahrverhalten bescheinigen. Hochgeschwindigkeitsfahrten liegen dem Großmodell ebenso wie das präzise Kurven durch einen Parcous. Aufgrund des niedrigen Schwerpunkts und der großen Spurweite neigt der Mega Beetle zudem nicht zum Überschlagen und kann auch bei Sprüngen voll überzeugen. Zwar ist das Modell dank dieses unkritischen Fahrverhaltens für Anfänger geeignet. Er richtet sich jedoch aufgrund der teilweise etwas aufwändigeren Wartungsarbeiten eher an fortgeschrittene RC-Car-Fahrer.
Hab Das Teil Heute Bekommen, Wahnsinn.. Einfach Ohne Worte….
Hab ihn auch seit kurzem. Geht ab wie Sau. Bin schon auf hartes Gelände gespannt.