Der Trail Honcho wird ready to run geliefert. Neben dem Modell beinhaltet dies eine 40-Megahertz-Zweikanal-Colt-Fernsteuerung und die restliche Elektronik wie Empfänger, 27-Turns-Motor und einen elektronischen AE-1 Fahrregler. Die grüne Lexan-Karosserie ist sauber lackiert und ausgeschnitten. Die Decals sind blasenfrei geklebt und der hintere Teil des Fahrzeugs besteht aus einer sauber in Silber lackierten Ladefläche in Riffelblechoptik – als wäre sie aus Aluminiumblech. Natürlich ist sie ebenfalls aus Lexan. Der stabile Rohrrahmen ist aus Kunststoff. Abgerundet wird der hochwertige Eindruck der Karosserie durch ein echtes Reserverad der Originalbereifung.
All inclusive
Auf den silberfarbenen 1,9 Zoll-Beadlock-Felgen sitzen die bewährten Flat Iron Pneus von Proline. Die Reifen sind aus einer weichen, griffigen Gummimischung mit einem ansehnlichen Profil. Die Beadlock-Ringe bestehen aus eloxiertem Aluminium und sind mit M2-Schrauben befestigt. Das scalige Erscheinungsbild der Bereifung wird von den Radnabenkappen noch verstärkt. Bei der Demontage der Karosserie fällt sofort die saubere Installation der RC-Komponenten auf. Der Empfänger und die Beleuchtungssteuereinheit sind in einer Wasser und Staub abweisenden RC-Box verstaut. Die Kabel der Beleuchtungssteuerung führen, ordentlich mit Kabelbindern befestigt, zu den hinter Gittern verstauten Frontscheinwerfern, die am Frontbumper befestigt sind und zu der Heckbeleuchtung, die am Chassisende integriert ist. Die LED sind stabil mit Inbusschrauben befestigt. Der im Rohrrahmenstyle designte Bumper ist mit Aluminium Skid-Plates und das Getriebe mit Kugellagern und einer Rutschkupplung ausgestattet. Diese lässt sich einfach über eine M4-Mutter einstellen. Ihr Vorteil ist, dass der gesamte Antriebsstrang geschont wird. Auf diese Weise erhöht sich die Haltbarkeit von Komponenten wie Kardanwellen oder Achsknochen. Des Weiteren fallen die Rock-Sliders sofort positiv auf. Der an beiden Seiten angebrachte Rammschutz schützt die Karosserie vor Schlägen und unterstreicht die Optik des Honcho.
Die scaligen Dualfeder-Stoßdämpfer sind mit Öl befüllt und lassen sich über ein Gewinde vorspannen. Die beiden Kardanwellen sind ebenso wie die Links und das Lenkgestänge aus Kunststoff und haben Gelenke aus Metall. Hier beinhaltet die Baukasten-Version von Axial das bessere Material. Einen umso besseren Eindruck macht das Lenkservo, das mit einem Metallgetriebe ausgerüstet ist und die Achsen des Fahrzeugs gehören zu den am besten funktionierenden Crawler-Achsen, die derzeit auf dem Markt erhältlich sich. Diese sind sowohl im Scaler- als auch im Crawler-Wettkampfbereich zu finden und werksseitig mit Heavy-Duty-Diff-Lockern gesperrt, kugelgelagert und mit gehärteten Achsknochen ausgerüstet. Der Fahrakku lässt sich mit Klettbändern bequem auf einer Aluminiumplatte befestigen. Dies verlagert den Schwerpunkt etwas nach oben, bringt jedoch im Gegenzug ordentlich Gewicht auf die Vorderachse.
Offroad-Challenge
Mit einem geladenen 4.000-Milliamperestunden-2s-LiPo ging es dann in das erste Testgebiet. Das Terrain bestand aus Schotterpisten, Geröll und unbefestigten Sand- sowie Waldwegen. Nach dem Einlegen des LiPos wurde zunächst die Beleuchtung eingeschaltet. Die LED sorgen für ein wirklich scaliges Scheinwerferlicht – nicht zu hell und nicht zu dunkel. Eben genau richtig.
Die ersten Sandwege sind locker zu fahren und machen richtig Spaß. Der 27-Turns-Motor scheint genau die richtige Wahl für den Allradboliden zu sein. Bei Betätigung des Gashebels sind rasante Drifts kein Thema. Dank 4WD-Antrieb zieht der Honcho sauber seine Spuren ohne dabei auszubrechen. Das offene Getriebe scheint mit den Sandwegen ebenfalls fertigzuwerden. Es arbeitet sauber und zudem geräuscharm. Nach der anfänglich sandigen Strecke wurde es langsam steinig und das Modell sollte zeigen, dass es kraxeln kann. Der Honcho fährt mit einer verblüffenden Leichtigkeit über Schotter und Geröll. Mit vorsichtig dosiertem Gashebel kriecht er nur so über die Steine. Für einen Scaler verfügt er über wirklich erstaunliche Klettereigenschaften. Zudem spricht die Lenkung schnell und kraftvoll an.
Das Servo bringt ordentlich Power ins Spiel und arbeitet auch in kniffligen Passagen präzise und zuverlässig, was für ein Servo in einem RTR-Modell wirklich vorbildlich ist. Die Dualfeder-Öldruckstoßdämpfer arbeiten einwandfrei und sehen super aus. Vorne wurde die Vorspannung minimal erhöht, um das Einfedern etwas zu verzögern und das Fahrwerk straffer abzustimmen. Die Reifen beweisen, bedingt durch die weiche Gummimischung, auf Geröll sehr guten Grip. Vom steinigen Untergrund ging es dann in ein nahegelegenes Waldstück. Hier zeigte der Honcho ebenfalls hervorragende Fahreigenschaften. Der Waldboden mit Wurzelwerk und umgestürzten Bäumen wurde ohne Probleme bezwungen und die Reifen bewiesen erneut einen super Grip. Einfach klasse was mit dem Modell möglich ist. Nach etwa 50 Minuten musste der Akku gewechselt werden. Die Wartezeit eröffnete die Möglichkeit, eine kurze Inspektion des Offroaders durchzuführen. Die Dämpfer waren dicht und ein Ölverlust nicht festzustellen. Schrauben hatten sich keine gelöst und Defekte oder gar verlorene Teile waren auch nicht festzustellen. So soll es sein. Weiter ging es durch den Wald, vorbei an Teichen, durch Schlamm und Matsch und wieder zurück zu den Sandwegen. Das Modell schaffte die meisten Stellen des Offroad-Parcours ohne Probleme.
Hillclimber
Bei dem Axial Trail Honcho handelt es sich um einen Scaler der Extraklasse, soviel stand bereits nach der ersten Testfahrt fest. Ein weiter Ausflug sollte Gewissheit über die Kletterfähigkeiten des Honcho bringen und führte ins bergische Land, wo er seine Fähigkeiten am Berg unter Beweis stellen sollte. Wie nach den ersten Tests nicht anders zu erwarten war, machte sich der Honcho auf dem felsigen Untergrund ebenfalls sehr gut. Das perfekt abgestimmte Fahrwerk sorgte immer für ausreichend Bodenhaftung und die starke Steigung erhöhte den Fun-Faktor enorm. Das Modell überschlug sich ein paar Mal und rollte einige Meter bergab. Diese kleinen Unfälle überstand es jedoch ohne Defekte. Auf allen Vieren ging es dann weiter Richtung Gipfel. Neben den reinrassigen Rock-Crawlern machte der Honcho auch als Bergsteiger eine gute Figur.
Tipps und Tuning
Wer den Honcho mit zusätzlichen Tuningteilen versehen will, kann auf diverse Parts von Axial und anderen Herstellern zurückgreifen – zum Beispiel auf das Aluminium Dämpferset (AX30090). Es ist zwar technisch nicht erforderlich, optisch jedoch ein Schmankerl. Zu den Dämpfern gibt es ein großes Sortiment an Federn. Sinnvoll sind die CVDs (AX30464) von Axial. Sie ermöglichen eine Vergrößerung des Lenkeinschlagwinkels auf 42 Grad und sind zudem überaus haltbar. Ein weiterer Punkt sind die serienmäßigen Knuckles. Sie können ohne großen Aufwand gegen die Aluminiumversion (AX30496) getauscht werden.
Ebenfalls eine sinnvolle Investition ist das Aluminium-Link-Upgrade-Set (AX30550), um die standardmäßig verbauten Plastikteile auszutauschen. Wer über ein bisschen handwerkliches Geschick verfügt, kann sie aber auch selber aus Gewindestangen und Aluminiumrohren fertigen. Beim Testfahrzeug wurden die Links aus 8-Millimeter-Delrinstangen und Traxxas Rod Ends gefertigt.
Das Lenkgestänge ist serienmäßig zu weich und schluckt dadurch viel Energie bei Lenkmanövern. Hier hilft lediglich ein Austausch gegen hochwertigeres Material. Am Testfahrzeug wurde es durch eine, mit einem Messingrohr überzogene, Gewindestange ersetzt. So kann präzise und ohne Kraft zu vergeuden gelenkt werden. Was auf den ersten Blick nicht auffällt ist die Tatsache, dass das Servo zu weit vorne positioniert ist. Bei dem RTR-Modell ist ein Spacer zwischen Drei-Link-Verbindung und Servoplattenhalterung montiert. Das beseitigt zwar das Problem mit der Servoposition, bringt aber ein neues mit sich. Die Achse wird durch den Spacer zwangsläufig nach vorne gekippt, was einen niedrigeren Nachlaufwinkel zur Folge hat. Einfacher gesagt, das Auto lenkt in den Boden. Die Lösung für das Problem schafft eine andere Servoplatte, welche die Servoposition nach hinten verlagert und die Achse entlastet. Passende Servoplatten sind für ein paar Euro bei www.rc-laserparts.de erhältlich.
Fazit
Der Axial Trail Honcho ist ein außergewöhnlich gutes Modell, das ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis bietet. Hervorragende Qualität und bewährte Komponenten wie die Getriebeeinheit, die Achsen sowie die vielen Details wie Scheinwerfer, Rockslider oder das Reserverad machen den Offroader zum überaus attraktiven Modell. Nicht zu vernachlässigen sind die exzellenten Fahreigenschaften, die der Honcho in jedem Gelände an den Tag legt.