Als RTR-Set ausgeliefert, weckt der neue Krick-Offroader die Erwartungen, sofort aus der Packung heraus auf die Piste geschickt werden zu können. Für unseren Testprobanden stand davor allerdings die gewohnte Durchsicht aller Komponenten. Ein Vorgang, der durchaus Besonderheiten zu Tage förderte, denn der ZRE-2 unterscheidet sich schon vom grundsätzlichen Layout erheblich von gängigen Konstruktionen.
Spiegelung
Nach dem Abnehmen der fertig ausgeschnittenen und lackierten Lexan-Karosserie präsentiert der Buggy einen ungewohnten Anblick: Motor, Resonanzrohr und Tank sitzen auf der rechten Seite des Aluminiumchassis, Servos und Empfängerbox links – also genau entgegen gängiger Verteilungen bei Modellen dieser Klasse. Übereinstimmung herrscht aber dahingehend, dass auch ZD Racing versucht hat, alle Komponenten möglichst nahe der Chassismitte unterzubringen, um so die auftretenden Fliehkräfte möglichst niedrig zu halten.
Zur Leistungsgewinnung dient ein B21-Motor mit Seilzugstarter und 3,5 Kubikzentimeter Hubraum aus dem Hause Go Engine. Diese Motorenschmiede hat sich bereits im Wettbewerbsbereich einen guten Namen mit Triebwerken gemacht, die sowohl durch ordentliche Power als auch eine angemessene Preisgestaltung glänzen. Ideale Vorrausetzungen also für eine Grundausstattung in einem Modell, dessen Namenszusatz „Eco“ suggeriert, dass vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.
Die Innereien des Go-Motors offenbaren eine ABC-Laufgarnitur mit drei Einlässen und einem Auslass, in deren oberer Abdeckung eine Glühkerze in Normal-Bauweise für Feuer sorgt. Die dabei entstehende Verbrennungswärme wird über einen mächtigen, schwarzen Kühlkopf an die Außenwelt abgegeben. Zur Gemischaufbereitung steht ein Zweinadel-Vergaser bereit, dessen Grundkörper aus Komposit gefertigt wurde. Dieser Werkstoff gewährleistet eine optimale Abschirmung der Wärme vom Motorgehäuse, die andernfalls ungehindert auf den Vergaser übergreifen und so für die unerwünschte Bildung von Dampfblasen sorgen würde.
Damit der Vergaser nur saubere Luft ansaugt, wurde ihm ab Werk ein zweistufiger Luftfilter aufgesetzt. Grundsätzlich die richtige Vorgehensweise, allerdings verbirgt sich hier noch eine Tücke: Der innere Luftfiltereinsatz ist im Auslieferungszustand nicht mit Öl getränkt. Ein Arbeitsschritt, der vor der ersten Fahrt unbedingt nachzuholen ist. Eigentlich ist das keine große Sache, aber ein Hobbyeinsteiger könnte dies vor lauter Vorfreude durchaus übersehen – mit fatalen Folgen für den Motor. Ausgeatmet wird durch ein Aluminium-Resonanzrohr, dessen Beschaffenheit die Leistungscharakteristik des Motors optimiert.
Kräfteverteilung
Von der Kurbelwelle geht es über eine Dreibacken-Kupplung aus Aluminium und eine mit Kühlschlitzen versehene Kupplungsglocke in den Antriebsstrang. Hier wartet das Hauptzahnrad aus Kunststoff darauf, in Drehung versetzt zu werden. Grundsätzlich wäre eine Variante aus Stahl sicher die stabilere, langlebigere Lösung gewesen, aber auch die teurere. An diesem Punkt muss den Produktionskosten Rechnung getragen werden. Technisch betrachtet, kann auch ein Kunststoff-Hauptzahnrad die auftretenden Kräfte sicher transportieren. Allerdings ist ein passendes Zahnflankenspiel dafür absolute Voraussetzung. Es gilt: So viel Spiel wie nötig, so wenig wie möglich. Der Auslieferungszustand traf diese Anforderungen in angemessener Weise.
Buggy-typisch sorgen drei Differenziale für den Ausgleich unterschiedlicher Umdrehungen der Räder. Die Diffs sind im Inneren mit jeweils vier kleinen Spider-Rädchen aus Stahl bestückt, was in Sachen Zuverlässigkeit als Optimum angesehen werden darf. Teil des Setups sind Diff-Befüllungen mit Silikonöl, das bereits ab Werk in ausreichender Menge vorhanden ist. Früher oder später wird es dennoch von Vorteil sein, mit unterschiedlich viskosen Ölen Eingriffe vorzunehmen, um das Modell auf die speziellen Anforderungen abzustimmen. Daher ist es durchaus ratsam, einige Fläschchen davon bereit zu halten.
Per Antriebswellen aus Stahl geht es dann zu den Rädern. Dabei wählte ZD Racing im zentralen Antriebsstrang und an der Hinterachse Knochen-Konstruktionen, während die Vorderräder durch technisch aufwändigere Kardanwellen in Rotation versetzt werden. Diese Aufteilung ist gängig und durchaus logisch, da Knochenwellen an der Vorderachse zum Herausspringen neigen. Hinten und im Zentrum hingegen erledigen sie ihren Job in der Regel problemlos und stellen damit eine angemessene Wahl dar.
Beruhigungsmittel
Wer raues Gelände mit möglichst viel Speed durchpflügen will, benötigt ein Modell, das Unebenheiten effizient ausbügelt. Dafür sind beim ZRE-2 vier großvolumige Bigbore-Stoßdämpfer aus Kunststoff verantwortlich, die sowohl an den unteren Querlenkern als auch an den Dämpferbrücken aus Aluminium an verschiedenen Punkten befestigt werden können. Die Justierung der Bodenfreiheit erfolgt über Vorspann-Klipse unterschiedlicher Stärken, die zwischen oberem Federteller und Dämpferkappe eingesetzt werden. Dadurch wird es möglich, den Abstand zwischen Chassis und Untergrund in 1-Millimeter-Schritten zu variieren.
Um zu verhindern, dass sich der ZRE-2 in Kurven seitlich zu stark neigt, wurden ihm serienmäßig sowohl vorne als auch hinten Stabilisatoren verpasst – ein Merkmal, das längst nicht alle Buggys in dieser Preisklasse aufweisen. Um Spur und Sturz der Räder optimal auszurichten, verfügt der Offroader rundherum über Rechts-links-Gewindestangen, die ein stufenloses Verstellen ermöglichen. Grundsätzlich war dem Probanden zu bescheinigen, dass viele Komponenten seiner Serienausstattung durchaus an teure Wettbewerbsmodelle erinnern. Natürlich findet sich mehr Kunststoff als bei einem echten Rennbuggy, aber darüber hinaus hat man bei ZD Racing wenig Kompromisse gemacht. Vor allem in Sachen Setup stehen dem Piloten alle Möglichkeiten offen, sich nach Herzenslust auszutoben.
An der Lenkung entschied man sich für den gängigen C-Hub-Aufbau. Erneut gibt es hier die Möglichkeit, per unterschiedlicher Aufnahmepunkte auch auf den Ackermannwinkel einzuwirken. Harte Schläge und Belastungsspitzen werden von einem integrierten Servosaver kompensiert – doch genau hier hat es der Hersteller etwas zu gut gemeint. Die Feder im Saver ist derartig weich, dass sich die Lenkung viel zu leicht öffnen lässt. Zwar kann an dieser Stelle mit einer Rändelmutter entgegen gewirkt werden. Allerdings muss sie so weit hinunter geschraubt werden, dass dem Saver praktisch der gesamte Arbeitsweg und damit seine Funktion verloren geht.
Elektronisches
Zu einem RTR-Modell gehört natürlich auch eine serienmäßige RC-Ausstattung. Als Fernsteuerung dient ein Coltsender mit der Bezeichnung T3G-2400, der im modernen 2,4-Gigahertz-Verfahren arbeitet. Störungen und Kanalüberschneidungen mit anderen Modellen dürften damit passé sein. Der Funktionsumfang der Anlage ist sicher nicht opulent, aber als Grundausstattung absolut ausreichend. Schalter zur Servoumkehr sind genauso vorhanden wie Trimmknöpfe, eine integrierte Ladebuchse und ein recht griffiges Lenkrad mit Moosgummi-Überzug. Vier Mignonzellen genügen als Stromversorger, was das Gewicht des Senders angenehm niedrig hält.
Die Umsetzung der Steuereingaben im Modell übernehmen zwei Servos. Zugegeben, die Arbeitsgeschwindigkeit der Rudermaschinen ist eher mittelmäßig. Dafür arbeiten beide mit Stahlgetrieben und lassen damit in Sachen Zuverlässigkeit durchaus Positives erwarten. Insgesamt gibt es an der RC-Ausstattung des ZRE-2 wenig zu kritisieren. Im Gegensatz zu manch anderem Konkurrenten in dieser Klasse bilden die elektronischen Komponenten mehr als nur eine Alibi-Dreingabe und sind zumindest für die erste Zeit vollwertig nutzbar.
Neben den bereits erwähnten vier Mignonzellen für den Sender ist naturgemäß auch eine Stromquelle für die Empfängerversorgung notwendig. Werkseitig sitzt ein Zellenhalter aus Kunststoff in der Empfängerbox des ZRE-2. Grundsätzlich sind solche Halter anfällig für Störungen, weshalb man auf ihren Einsatz von Anfang an verzichten sollte. Viel besser ist das verlötete Akkupack aus fünf KAN-Zellen, das Krick in seinem Lieferprogramm bereit hält. Entsprechend hielt der Akku auch in unser Testmodell Einzug und eigentlich war nun alles bereit für den ersten Einsatz.
Bevor der Buggy die Werkbank verlassen sollte, galt es noch schnell, die Karosserie aufzusetzen – eigentlich ein Vorgang, der keine besondere Erwähnung verdient. Doch im Falle des ZRE-2 ist das anders, denn dessen Lexanhaube will so gar nicht mit dem Trägermodell harmonieren. Viel mehr sitzt sie so hoch, das Sand und Schmutz praktisch freies Geleit in den Innenraum gewährt wird. Sie niedriger zu platzieren ist schwierig, da sie dann mit diversen Aufbauten kollidiert. Ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen, bleibt festzustellen, dass die mitgelieferte Karosserie ganz sicher nicht für den ZRE-2 konstruiert wurde. Eigentlich schade, denn sie ist grundsätzlich viel mehr als nur ein optisches Merkmal. Vielmehr soll sie einerseits guten Zugang zum Seilzugstarter und zum Tank gewähren, andererseits die Komponenten schützen. Keinen der Punkte kann diese Ausführung zufriedenstellend erfüllen.
Pistendienst
Am Ausfahrgebiet angekommen, hatte der fabrikneue Nitromotor seinen Einlaufvorgang zu absolvieren. Nachdem ausreichend Sprit zum Vergaser gepumpt worden war, startete das Triebwerk rasch und ließ sich mit einigen Korrekturen an den Düsennadeln locker im Standgas halten. Die ersten acht Füllungen des Tanks wurden mit einer verhaltenen Leistungsabforderung abgespult. Hobbyneulinge sollten dabei stets auf eine deutliche Rauchfahne aus dem Resonanzrohr achten und sich die Zeit nehmen, das Triebwerk bis zum Erreichen der 1-Liter-Marke schonend zu behandeln.
Ist das erledigt, kann es richtig los gehen. Der Go B21 ließ sich nicht lange bitten und sorgte für satten Vortrieb. Motoren mit kräftigem Drehmoment sind auch in RTR-Modellen keine Besonderheit, aber das Serientriebwerk des ZRE-2 gab sich auch in Sachen Spitzendrehzahl keine Blöße und erreichte auch in diesem Punkt überdurchschnittliche Werte. Entsprechend zügig ging es durchs Gelände, wo auch gröbere Abschnitte gut durch die Bigbore-Stoßdämpfer kompensiert wurden. Die werkseitig verklebten Reifen konnten ihre Stärken besonders auf harten Lehmböden und Gras ausspielen, im lockeren Sand wurde es dagegen etwas rutschig.
Nach dem ersten Fullspeed-Turn und der anschließenden Kontrolle zeigte sich das erwartete Bild. Zwar waren technisch keinerlei Probleme aufgetreten und das Fahrverhalten sowie die Motorleistung hatten durchaus überzeugt. Auf dem Chassis aber hatte sich eine große Menge Sand gesammelt, die auf lange Sicht nachhaltig am Kunststoff-Hauptzahnrad nagen dürfte. Ansonsten aber zeigte sich der ZRE-2 von seiner besten Seite und fast wäre die etwa dreistündige Testfahrt ohne Probleme verlaufen – hätte nicht die Elektronik des Gasservos im letzten Augenblick ihren Dienst quittiert. Die Durchsicht des Servos ließ keine eindeutige Diagnose zu, sodass hier nur ein Austausch für Abhilfe sorgen konnte. Darüber hinaus gab es nichts zu bemängeln: Der Verschleiß im Antriebsstrang tendierte gegen null, alle Schrauben saßen noch genauso fest wie zu Beginn der Fahrt und vor allem der Motor konnte sich mit satter Leistung und stabiler Thermik positiv in Szene setzen.
Obwohl die Konkurrenz in diesem Marktsegment riesig ist, muss sich der ZD Racing ZRE-2 sicher nicht verstecken. Er ist robust, schnell und die werkseitige Vormontage erlaubt grundsätzlich den Betrieb sofort aus der Packung heraus, sofern man den Luftfilter vorher angemessen behandelt. Trotz der grundsätzlich sehr gelungenen RC-Ausstattung muss sich der Buggy allerdings das defekte Servo vorwerfen lassen. Auch, wenn es sich dabei um einen Einzelfall handeln dürfte – geschehen ist geschehen. Im Vergleich zu den Mitbewerbern in dieser Klasse zeigte der Proband insgesamt jedoch ein erfreuliches Gesamtbild und dürfte in der Zukunft viele Anhänger finden. n