LRP Touring Car Masters 2011

Die Elite zu Gast in Eppelheim

Erstellt am: 20. Mai, 2011

Kategorie: Aktuell, Szene

Text
François Legrand

Fotos
François Legrand

Austragungsort
Eppelheim

Stattgefunden am
25. - 27. Mai

Teilnehmer: ~200

Magazin:  CARS & Details

Ausgabe: Ausgabe 06/2011

Erschienen im: Juni 2011

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Ausgabe 06/2011
LRP Touring Car Masters 2011

Schon zum 14. Mal traf sich Europas Fahrerelite zum Spektakel des Jahres, den LRP Touring Car Masters 2011. Nachdem Juho Lävenen nur eine Woche vor der Veranstaltung den beeindruckenden Siegeszug von Ronald Völker in der ETS-Serie stoppen konnte, hatten sich einige Fahrer Hoffnung auf den Titel des TCM-Champion 2011 gemacht – zu Unrecht, wie sich rausstellte.

Vom 25. bis 27. März war die Rhein-Neckar-Halle in Eppelheim, nahe Heidelberg, erneut das Mekka für mehr als 200 Tourenwagen- und Formelfahrer, die in sechs verschiedenen Klassen um einen prestigeträchtigen Sieg bei dem wohl traditionsreichsten Rennen in Europa kämpften. Im Mittelpunkt des Geschehens stand die Mastersklasse, in der über 60 Fahrer aus ganz Europa und Russland ihr fahrerisches Talent unter Beweis stellten. Doch auch die Fahrer der Open-Stock-Klasse, in der nur 13,5-Turns-Motoren der Baureihen X11 und X12 von LRP electronic zugelassen waren, zeigten RC-Car-Sport auf Top-Niveau. Das galt auch für die vier weiteren Kategorien Rookie, Classic, 17,5 Turns sowie Formel, die ausschließlich den nationalen Teilnehmern der LRP-HPI-Challenge-Rennserie vorbehalten waren.

Full House
Trotz leichter Rückgänge der Teilnehmerzahlen konnte sich der MSC-Eppelheim als ausrichtender Verein über 211 Starter freuen. Die ideale Location und die tadellose Bewirtung sorgten einmal mehr für ein perfektes Erlebnis. Der MSC Eppelheim bewies außerdem sein Engagement für bedürftige Menschen, indem er den Erlös aus der Tombola mit 400 Sachpreisen einer regionalen Stiftung für krebskranke Kinder der Klinik Heidelberg zur Verfügung stellte.

Das Layout der 720 Quadratmeter großen Piste wurde wie gewohnt von Reto König entworfen. Die anspruchsvolle Streckenführung sorgte selbst bei den besten Piloten für ungewöhnlich viele Fahrfehler und die Fahrrichtung im Uhrzeigersinn sorgte für zusätzliche Spannung. Ansonsten präsentierte sich die hellblaue Bahn auf nagelneuem Nadelfilz.

Die technische Abnahme war angemessen und funktionierte reibungslos, während HPI-Challenge-Kommissar Chrisi Königer mit Argusaugen auf die Einhaltung der tolerierten Höchstspannung der LiPo-Packs achtete. Ein besonderes Lob gilt der Rennleitung, die einen perfekten Job ablieferte und den straffen Zeitplan nicht nur einhalten, sondern aufgrund einer kurzfristigen Änderung sogar um eine Stunde kürzen konnte, was den zum Teil weit angereisten Teilnehmern zugutekam. Dank des pausenlosen Einsatzes mehrerer LRP-Mitarbeiter konnte die Veranstaltung auch online verfolgt werden.

Volles Programm
20 Gruppen mit teilweise bis zu 15 Fahrern wollen organisiert werden. Entsprechend der im vergangenen Jahr eingeführten Änderung, startete die Veranstaltung Freitagnachmittag mit vier Trainingsläufen für alle Klassen. Samstags fanden fünf Vorläufe statt, von denen jeweils die beiden besten nach Punkten gewertet wurden. Sonntags wurden alle Sub-Finals zwei Mal, die A-Finale der fünf Tourenwagenklassen drei Mal und das Formel-Finale ein einziges Mal, allerdings über 20 Minuten bestritten.

In der Rookie-Klasse konnte Daniel Anthes die Poleposition verteidigen und zwei Finalläufe problemlos für sich entscheiden, während die beiden Folgenden, Tim Abendroth und Michael Latzel, ihre Positionen aus dem Vorlaufranking untereinander tauschten. Bei den Classic-Fahrern führte an Matthias Poggensee kein Weg vorbei. Nachdem er bereits die Vorläufe mit vier Siegen aus fünf Rennen für sich entscheiden konnte, dominierte er das Geschehen am Sonntag und gewann souverän alle drei Finaldurchgänge. Einzig Niklas Engelmann konnte ihm Paroli bieten und sich den zweiten Platz sichern, während Jörn Hoormann mit etwas Abstand Platz 3 belegte.

Mit 34 Teilnehmern war die 17,5-Turns-Klasse die bestbesetzte der Challenge. Die Poleposition fuhren Max Schmitz und Matthias Keding unter sich aus. Obwohl Keding drei der fünf Vorläufe gewonnen hatte, musste er sich aufgrund einer etwas schlechteren Einzelzeit mit Platz 2 in der Startraufstellung begnügen. Letztlich fiel die Entscheidung im dritten Finale, nachdem Max Schmitz im ersten Durchgang frühzeitig ausgefallen war und Sebastian Meibörg von Position 5 auf 1 stürmte. Den zweiten Lauf konnte Max schließlich gewinnen, ein zweiter Platz im dritten Lauf reichte schließlich zum Gesamtsieg vor Matthias Keding, der das dritte A-Finale gewann. Den letzten Platz auf dem Podest sicherte sich Sebastian Meibörg.

Silberpfeile
In der Formel 1-Challenge reichten Stefan Köhler zwei Siege in den ersten beiden Durchgängen zur Pole, obwohl er aufgrund familiärer Verpflichtungen die verbleibenden drei Vorläufe nicht bestreiten konnte. Platz 2 belegte Dai Sakaguchi, der in Abwesenheit von Stefan die Vorläufe 3 bis 5 dominierte und gewann. Das Finale entwickelte sich zu einem echten Krimi zwischen Stefan und Dai, die der Konkurrenz hoch überlegen waren. Fast eine Sekunde schneller als der Rest des Felds, lieferten sie sich packende Duelle und wechselten mehrfach die Führung. Nachdem Stefan in der Endphase etwas zurückgefallen war, schien Dai den Sieg sicher zu haben. Drei Runden vor Schluss ließ die Leistung von Dais Akku aber sichtlich nach und Stefan konnte sich bis an sein Heck heranfahren. In einem waghalsigen Überholmanöver eingangs der Geraden konnte Stefan schließlich vorbeiziehen und mit einem Vorsprung von zwei Sekunden das Formel 1-Finale gewinnen.

Wie schnell ein 13,5-Turns-Tourenwagen sein kann, demonstrierte in eindrucksvoller Manier Eric Dankel, der vier Durchgänge gewann und dreimal nur knapp an der 22-Runden-Marke scheiterte. Doch auch Daniel Wohlgemuth, Tim Wahl, Martin Hofer und viele weitere lieferten erstklassigen RC-Sport ab. Letztlich war aber gegen Eric kein Kraut gewachsen und er gewann gefahrlos alle drei Finale. Seine Zeiten hätten hierbei für eine Topten-Platzierung in der Masterclass gereicht. Daniel Wohlgemuth konnte mit zwei Zweiern denselben Gesamtrang einfahren, Martin Hofer steuerte seinen Schumacher auf Position 3. Einen regelrechten Absturz erlebten Tim Wahl und Tobias Wiebach, die von Position 3 beziehungsweise 6 kommend, auf die Plätze 11 und 10 rutschten.

Das größte Interesse galt der Masterclass, die auch in diesem Jahr mit zahlreichen Top-Fahrern – allen voran der dreimaligen Weltmeister Marc Rheinard sowie Ronald Völker, Juho Levänen, Andy Moore und vielen weiteren – besetzt war. Als Favorit gestartet, zweifelte keiner an der Konkurrenzfähigkeit von Ronald. Was er aber ablieferte, war ein regelrechtes Festspiel. Nachdem er bereits alle Trainingsläufe gewonnen hatte, spulte er am Samstag ein fehlerfreies Programm ab und entschied auch alle Vorläufe zu seinen Gunsten.

Marc Rheinhard, der Ronald trotz größten Einsatzes nicht gefährden konnte, schien deutlich angespannter als gewohnt. Mit Platz 2 sicherte er sich aber eine gute Ausgangsposition für die Finale vor Juho Levänen, Alexander Hagberg und Andy Moore, die auf den weiteren Plätzen folgten. Doch auch am letzten Tag war Ronald nicht zu schlagen. Mit drei lupenreinen Läufen setzte er seine Nullfehlerquote fort und sicherte sich zum zweiten Mal in Folge den Titel des TCM-Champions. Nach dem Ausfall in Durchgang 1 reichten Marc zwei Zweier für den Vizetitel, vor Juho Levänen auf Position 3.

Pit-Stop
Im Fahrerlager waren meist die aktuellen Versionen der Chassis von XRAY, Tamiya, Kyosho, Hot Bodies sowie Schumacher zu sehen. Auch der neue Serpent, der in Nürnberg vorgestellt wurde, war am Start. ­Yokomos Engagement in Europa trägt ebenfalls Früchte. So wundert es kaum, dass immer mehr Fahrer auf das sehr schöne und hochwertige Chassis aus Japan setzen. Die meiste Aufmerksamkeit zog aber das russische Tourenwagenprojekt Awesomatix auf sich. Nachdem Ivan Laptev, bisher einziger Teamfahrer von Awesomatix, bereits in der ETS-Serie für viel Aufsehen sorgte, wurden beim TCM zwei weitere Modelle von Steen Garversen und Martin Lissau erfolgreich eingesetzt. An den neusten LiPo-Akkus, wie Beispielsweise den 6.200-Milliamperestunden-Packs mit 65C von LRP electronic führt kein Weg vorbei. Auch bei den Reglern war LRP mit der SXX-Serie der zweiten Generation in den Versionen TC und Stock Spec am häufigsten vertreten. Doch auch Speed Passion und GM erfreuen sich, dank guter Leistung und Regelbarkeit, großer Beliebtheit.