Gleiche Chance für alle

Keine Panik in Troisdorf

Erstellt am: 14. Dezember, 2011

Kategorie: Aktuell, Szene

Text
François Legrand

Fotos
Mathias Mayer

Austragungsort
Troisdorf

Stattgefunden am
24. und 25. September 2011

Magazin:  CARS & Details

Ausgabe: Ausgabe 01/2012

Erschienen im: Dezember 2011

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Ausgabe 01/2012
Gleiche Chance für alle

Bereits ein Jahr ist vergangen, seitdem LRP electronic die Offroad-Challenge ins Leben gerufen hat. Die logische Konsequenz war die Durchführung der ersten Deutschen Meisterschaft, für deren Premiere sich das Panik Team Troisdorf als ausrichtender Verein zur Verfügung gestellt hatte.

Am 24. und 25 September fanden rund 80 Fahrer den Weg nach Troisdorf, einer Stadt mit knapp 77.000 Einwohnern unweit der A59, zwischen Bonn und Köln, um an der Deutschen Meisterschaft der LRP Offroad-Challenge teilzunehmen. Bereits freitags waren zahlreiche Fahrer angereist, um ihre Offroad-Boliden auf die 125 Meter lange Kunstrasenpiste mit den zahlreichen Sprüngen abzustimmen. Dabei sorgte der Verein für einen netten Empfang samt Parkplatzeinweisung und man war stets bemüht, den Aufenthalt für die Teilnehmer so angenehm wie möglich zu gestalten. Hierzu zählte unter anderem eine Flutlichtanlage, mittels derer bis in die späten Abendstunden trainiert werden konnte. Für das leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt. Einige Probleme mit der Zeitnahme und beim Ablauf sowie der fehlende Kompressor boten allerdings noch Verbesserungspotenzial.

Let’s race
Entsprechend des derzeitigen Reglements wurde in vier Klassen gestartet. Die Anhänger der zweiradgetriebenen Modelle konnten zwischen 2WD (klassisch) und Short Course wählen. Erstaunlicherweise finden diese beiden Kategorien – obwohl sie einen höheren Anspruch an die Fahrzeugbeherrschung stellen – den größten Zuspruch, was die Teilnehmerzahlen eindeutig belegen. Gründe hierfür dürften der geringere finanzielle und technische Aufwand sowie der höhere Spaßfaktor sein. Vor allem die etwas behäbig wirkenden Short Course-Modelle kommen immer besser an, was LRP electronic dazu bewegt hat, die Klasse zukünftig auch für alle Marken zu öffnen.

Allen anderen stehen die Klassen Rookie und 4WD zur Auswahl, wobei erstere ausschließlich den meist jungen Nachwuchspiloten vorbehalten sein sollte, denen man einen kostengünstigen Einstieg mit einheitlichen Modellen (LRP, Maverick, HPI) ermöglichen möchte. Bei 4WD hingegen sind alle DMC-legalen Modelle ohne Tuningeinschränkungen zugelassen. Der Grundgedanke der LRP-Offroad-Challenge bleibt aber in allen Klassen der gleiche wie bei der LRP-HPI-Challenge. Nämlich den Fahrern eine Rennserie anzubieten, die aufgrund ihrer Einschränkungen eine größtmögliche Chancengleichheit bei überschaubaren Kosten garantiert. Die wesentlichen Elemente bilden hierbei die Low Budget-Einheitsreifen und die strikte Reglementierung der Regler und Motoren.

Action
Nach einer ausgedehnten Trainingssession in Gruppen, folgten Samstagnachmittag drei Vorlaufdurchgänge. Sonntagmorgen wurden zwei weitere Durchgänge gestartet. Anschließend folgten die Finalläufe, die nicht zur Freude aller auf fünf Minuten begrenzt waren. In einem kurzen Meeting hatte man sich aber auf die Beibehaltung der Zeit geeinigt, um auch den B- und C-Finalisten drei Finalläufe zu ermöglichen.

Nach einer überzeugenden Vorstellung während der Vorläufe musste sich Oliver Keim bis zum letzten Finale gedulden, um sich als erster Deutscher Meister der Klasse Rookie der Offroad-Challenge feiern zu lassen, denn Erik Seelen konnte den ersten Durchgang für sich entschieden. In den beiden folgenden Durchgängen ließ Oliver aber nichts mehr anbrennen und ging jeweils als klarer Sieger von der Strecke. Platz zwei belegte Erik Seelen vor Tobias Witzel, der von Platz vier aus eine schöne Aufholjagd gestartet hatte.

Mit drei Laufsiegen am Samstag verdeutlichte Tom Maquel bereits frühzeitig seine Siegambitionen in der 2WD-Klasse. Doch auch Tim Weber und Gerd Strenge lagen mit je einem Sieg noch gut im Rennen. Während der Finalläufe behielt der routinierte ­Luxemburger Tom aber die Nerven, sodass er sich letztlich mit drei Siegen souverän den Titel in der Klasse 2WD sicherte. Tim und Gerd agierten leider weniger erfolgreich und verloren je zwei Positionen im Bezug auf die Startaufstellung. Toms Landsmann, Sascha Hengen hingegen, konnte sich mit zwei guten Läufen den Vizemeistertitel erkämpfen. Platz drei belegte punktgleich, aber mit einem etwas schlechteren Einzel­ergebnis Christoph Thile.

Mit 28 Startern war die Short Course-Klasse nicht nur eine der sehenswertesten, sondern auch die am besten besetzte. Bereits während der Vorläufe, die in allen Klassen über zehn Minuten gefahren wurden, zeigte sich ein hohes Leistungsniveau, sodass letztlich sechs Fahrer 18 Runden mit recht geringen Zeitunterschieden erreichten. Angeführt wurde die Tabelle von Bernd Haas, der sich recht knapp vor Alex Piperato – beide mit je zwei – und Dai Sakaguchi mit einem Laufsieg behaupten konnte. In den Finalen konnten Bernd und Alex ihre Positionen bestätigen, Dai aber büßte seinen Platz ein, sodass Thorsten Schmidt den letzten Podestplatz übernahm.

Gerade mal zwölf Fahrer waren in der 4WD-Klasse an den Start gegangen, die im Wesentlichen von Dai Sakaguchi, Tobiasch Frederik, Tom Maquel und Tim Walther beherrscht wurde. Am Ende war es auch Dai, der seinen Tamiya TRF511 nach den Läufen eins und zwei vorzeitig zum DM-Titel steuerte. Tim Walther, der im zweiten Turn unmittelbar hinter Dai ins Ziel kam, konnte den dritten Durchgang für sich entscheiden, nachdem Dai auf einen Start verzichtet hatte. Damit wurde er Vizemeister vor Tobiasch Frederik, während der Vorlaufdritte, Tom Maquel, aufgrund technischer Probleme nicht über der zehnten Platz hinaus kam.

Pitstop
Was die Fahrregler angeht, werden in den Brushlessklassen fast ausschließlich SPX Zero-Regler von LRP verwendet, die sich in Kombination mit den Vector X12-Motoren von 17,5 bis 10,5 bestens bewährt haben. Seitens der Akkus setzen viele Fahrer auf die neuesten LiPo-Generationen mit Kapazitäten zwischen 5.900 und 6.200 Milliamperestunden, die in der Regel auch den meisten Druck haben. Bei den Fahrzeugen sorgten vor allem die neuen 2WD-Buggys von Durango und LRP für Gesprächsstoff. Während sich der lang erwartete DEX210 mit interessanten Features als Hingend-Wettbewerbsmodell empfiehlt, eignet sich der Twister von LRP eher für Hobbyfahrer und Renneinsteiger, die beispielsweise an der LRP-Offroad-Challenge teilnehmen möchten. In der Klasse Short Course fuhren die meisten Teilnehmer den Blitz von HPI, der sich gegen die Konkurrenzmodelle von Kyosho und Team Associated gut behaupten konnte. Angesichts der Popularität dieser Klasse überlegt man bei LRP, die Kategorie markenübergreifend für alle Modelle auf 2WD-Basis zu öffnen. Nach einer Saison fällt auch die Bilanz der LRP VTEC-Reifen durchweg positiv aus. Die polyvalenten Einheitsreifen haben sich auf allen Untergründen bewährt und dies bei akzeptabler Haftung.

Gelungen
Den gebührenden Abschluss der ersten LRP-­Offroad-Challenge-DM bildete eine Siegerehrung mit ansprechenden Pokalen und einer sehr attraktiven Tombola mit zahlreichen großen und kleinen Preisen aus dem LRP-Programm. Die positive Stimmung und Resonanz macht Mut für die Zukunft, sodass man sich bereits auf die nächste Ausgabe 2012 freuen kann.