Carbonrahmen für die Nuova Faor SF-509

Italian-Style

Erstellt am: 17. November, 2011

Kategorie: Aktuell, Modelle

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Dieter Renzel

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Dieter Renzel

Magazin:  CARS & Details

Ausgabe: Ausgabe 12/2011

Erschienen im: November 2011

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Ausgabe 12/2011
Carbonrahmen für die Nuova Faor SF-509

Zwei Scheibenbremsen, ein kerniger Motor und eine bärige Upsidedown-Federgabel. Das sind die Zutaten für Motorsound- und Technik-verliebte RC-Motorrad-Fahrer. Damit diese Technik auch im Griff behalten werden kann, ist neben der Beherrschung sämtlicher Mischfunktionen an der Funke auch ein gutes Händchen bei der mechanischen Einstellung der Bremsbalance zwischen Vorder- und Hinterradbremse vonnöten. Zumindest wenn man nicht über eine Vierkanalanlage und den neuentwickelten Rahmen aus der RC-Modell-Manufaktur AllgäuTECH verfügt.

„Ich hab da mal was gebastelt!“ – das waren die Worte von Axel, Inhaber der Firma AllgäuTECH als er in flammenden Ausführungen von seiner Idee erzählte, die Möglichkeiten aktueller Vierkanalanlagen am RC-Nitro-Bike optimal umsetzen zu können. Kein langwieriges und umständliches Anpassen der beiden Scheibenbremsen mehr. Gerade im Renn- und Trainingsbetrieb resultiert daraus eine kinderleichte Anpassung von der Funke aus. Und trotz des zusätzlichen Servos soll das Ganze noch unauffällig unter die Tankverkleidung passen. Absolut von seiner Idee überzeugt, dauerte es auch nur wenige Tage und der erste Prototyp stand auf dem Tisch.

Feinmechanik
Zwar war die Kabelführung noch nicht komplett durchdacht, jedoch fiel sofort auf, welcher Trick die optimale Ausnutzung des Platzbedarfs ermöglicht hat. Anstatt der herkömmlichen zwei Standardservos werden auf der neuen RC-Platine vier Mini-Servos verbaut. Ein mit 6,4 Kilogramm Stellkraft sehr kräftiges Graupner DES 587 sorgt mit einem langen Aluminiumlenkhebel weiterhin für die Umsetzung der Lenkbefehle. Die beiden Bremsen werden je von einem 4,9 Kilogramm starken GWS IQ180 DMG-Servo bedient und für die Vergaseransteuerung reichen die 2,2 Kilogramm Stellkraft des Savöx SH 0263 locker aus. Unabdingbar aus Gründen der Funktion und nicht zuletzt der Sicherheit sind natürlich Metallgetriebe in allen Servos.

Da wird es dann schon etwas eng und der kleine Sanwa-Empfänger muss sich in einer Ecke unterhalb des Kunststoffhauptrahmens verstecken. Abgeändert wurde auch die Position der Bremszughalter, die nun nicht mehr am äußeren Kunststoffrahmen sitzen und so bei Betätigung der Bremsen nicht mehr den weichen Kunststoffrahmen verziehen. Optimiert wurde auch die Halterung des Resorohrs, das nun etwas zentraler und tiefer sitzt, was für den Schwerpunkt und zuletzt auch für das Handling sicherlich von Vorteil ist.

Obendrein bietet AllgäuTECH als zusätzliche Option noch eine Art Heckbügel an, der – wie auch die 2 Millimeter starken RC-Platinen aus hochwertiger Kohlefaser gefertigt und über stabile Alupfosten abgestützt ist – zum einen als praktische Tragemöglichkeit für das Bike dient und zum anderen das Resohrohr und den Rahmen bei schwereren Überschlägen schützt.

Nach einer kurzen, wenn auch etwas aufwändigen Einprogrammierung sämtlicher Servowege und der notwendigen Mischer an der Sanwa MX11-Vierkanalfunke war der Prototyp bereit für die erste Ausfahrt.

Make some noise
Kerniger Motorsound, eine leichtbläuliche Abgaswolke im Schlepptau, so macht RC-Bike-Fahren am meisten Spaß. Nach ein paar vorsichtigen Aufwärmrunden zum Angleichen des persönlichen Fahrstils auf die schwerere und etwas trägere Nitromaschine folgten noch ein paar letzten Anpassungen der Lenkausschläge für etwas agileres Lenkverhalten beziehungsweise etwas mehr Bremskraft für das notwendige Anbremsen der beiden Spitzkehren. Dann wurde es endlich ernst und das Bike mit aufgerissenem Vergaser auf die Ideallinie losgelassen.

Gut, die Beschleunigungswerte aktueller Brushless-Modelle der Superbike-Klasse sind sicherlich noch eine Stufe besser. Was die Sound- und Optik-Kulisse jedoch angeht, können die Verbrenner-Bikes voll punkten. Wenn das Drehmoment des 2,11-Kubikzentimeter-Motors in den mittleren Drehzahlbereichen das Modell nach vorne schiebt, passt auch der Topspeed-Wert, der nun nach Möglichkeit auch durch die langgezogenen Kurven mittels vorsichtigen, runden Lenkeinsatzes mitgenommen werden muss. Diese Aufgabe erledigt das kleine DES-Lenkservo trotz der geringen Abmessungen aber aufgrund der brauchbaren Stellwerte durchaus zufriedenstellend und auch bei leichten Lenk-Korrekturen ließ es nicht an der notwendigen Präzision mangeln.

Klein und kräftig
Wesentlich interessanter war die Funktion der beiden Bremsservos. Nach ein paar letzten ­Korrekturen hinsichtlich der Bremsbalance hinterließen die beiden GWS-Servos in Punkto Power einen ordentlichen Eindruck. Und das trotz der eher an die Modellfliegerei erinnernden, schmalbrüstigen Servohebel, die den Praxistest ohne Zahnverlust überstanden.

War die mechanische oder auch senderseitige Einstellung der reinen Bremspower mittels Seilzugansteuerung an einem zentralen Bremsservo bisher auch kein Problem, hat man nun den großen Vorteil, vom Fahrerstand aus per Sender prozentual genau und auch reproduzierbar direkten Einfluss auf die Vorder- oder Hinterradbremse zu nehmen, ohne lästiges Gefummel an den Bowdenzügen. Über die Mischerfunktionen hochwertiger Sender ergibt sich zudem die Möglichkeit, die Bremskraft bei gleichzeitiger Betätigung der Lenkfunktion entsprechend zu reduzieren, das Bike bleibt so beim Hineinbremsen in die Kurve stabil, denn die Reifen können noch genügend Seitenführungskraft aufbauen, ohne zu blockieren und dadurch einen Abflug zu riskieren.

Das ist was
Nuova Faor SF-509-Nitro-Fahrer aufgepasst: Wer eine aktuelle Vierkanalanlage sein Eigen nennen kann, sollte sich den AllgäuTECH-Rahmen genauer anschauen. Technikfans bietet der 109,– Euro teure Servorahmen inklusive Anbauteile eine zusätzliche Funktionserweiterung. Racer bekommen durch ihn die Möglichkeit zur schnellen und unkomplizierten Einstellung der Bremsbalance im freien Training und mit etwas Übung auch im Rennen. Die perfekte Abrundung für optimalen Schutz schafft darüber hinaus der als Option angebotene Heckrammer.