Ab in die Sandkiste mit dem Losi XXX-SCB von Horizon

Desert Buggy-Action

Erstellt am: 11. August, 2011

Kategorie: Aktuell, Modelle

Text
Tobias Meints

Fotos
Tobias Meints

Klasse: Elektro-Offroad 1:10

Preis: 249,99 Euro

Magazin:  CARS & Details

Ausgabe: Ausgabe 09/2011

Erschienen im: August 2011

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Ausgabe 09/2011
Ab in die Sandkiste mit dem Losi XXX-SCB von Horizon

Der Fahrer schaut angestrengt auf die sich vor ihm auftürmende Sanddüne. Neben ihm flattern die aus Gummi bestehenden Schutznetze in den Fensteröffnungen im Fahrtwind. Nun gilt es einzulenken, um das Hindernis schräg anzufahren und mit einem gekonnten Sprung zu überwinden. Da bemerkt der Fahrer, dass sich sein Lenkrad gar nicht drehen lässt. Er ist auf die Fahrkünste der Person an der Funke angewiesen. So oder so ähnlich könnte es der detailliert ausgeführten Fahrerfigur im neuen Losi Short Course-Buggy mit der Bezeichnung Rockstar XXX-SCB ergehen.

Short Course-Truck – diese Bezeichnung kennt nun mittlerweile wirklich jeder. Aber was ist denn ein Short Course-Buggy? Ein Blick auf den SCB von Losi beantwortet diese Frage. Ein schmales Chassis, ein außergewöhnlich langer Radstand und nicht zuletzt die ansprechende Karosserie machen den Buggy zu einem Exoten.

Impressions
Interessantes Design – das ist wohl das Erste, was einem beim Anblick des XXX-SCB durch den Kopf geht. Befreit man das RTR-Modell aus seiner Verpackung, präsentiert sich ein ansprechendes Car im Maßstab 1:10. Auffällig ist die in Rockstar-Optik gehaltene Karosserie in Schwarz, Gelb und Rot. Die Karo umschließt die Chassiswanne passgenau und verfügt etwa in der Mitte über eine Fahrerkabine samt Überrollkäfig, die an den Seiten mit Race-typischen Schutznetzen aus Gummi versehen ist. Im Inneren ist eine Pilotenfigur platziert und nimmt im roten Rennoverall mit weißem Helm und versilbertem Visier am Renngeschehen teil.

Über die Hinterachse hinaus wird die Karosserie durch zwei vertikal angebrachte Karosserieplatten verlängert. Diese sind an einem Schutzkäfig montiert, der die Motor-Getriebe-Einheit, die klassentypisch hinter der Hinterachse verbaut ist, vor Schäden schützt. Sowohl an der Vorderachse als auch auf dem Heckausleger befinden sich jeweils zwei stilisierte Lampen-Halterungen. Modellbauer, die auf die Optik eines Modells Wert legen, können diese mit LED bestücken und den SCB nachtfahrtauglich machen.

Auffällig sind auch die Räder des Buggys. Auf gelochten, ansprechend gestalteten Kunststofffelgen sind Eclipse SCT-Pneus von Losi verbaut. Diese verfügen über ein symmetrisches Noppenprofil und garantieren in sandigem Gelände ordentlich Grip.

Unter der Haube
Möchte man beim SCB einen Blick auf das Interieur werfen, gilt es vier Karosserieklammern zu lösen und den mittleren Teil der Karo samt Fahrer und Überrollkäfig abzunehmen. Darunter präsentiert sich ein langes und vor allem schmales Chassiskonzept. Die Wanne, auf der der Buggy basiert, nimmt zentral den Antriebsakku auf. Um diesen fixieren zu können, gibt es neben Distanzstücken aus Schaumstoff eine Kunststoffhalterung, die im hinteren Bereich eingehängt und im vorderen mit einer Karosserieklammer befestigt wird. Somit liegt der Energiespender sicher und vor allem tief im Modell.

Auf der rechten Seite des Chassis ist hochkant der SR300-Empfänger angebracht und RTR-typisch bereits ab Werk verkabelt. Der 2,4-Gigahertz-Receiver von Spektrum arbeitet mit der bekannten LSR-3000-Funkfernsteuerung von Losi zusammen. Diese gehört selbstverständlich ebenfalls zum Lieferumfang und bietet neben einer sicheren Übertragungstechnik alle Features die nötig sind, um das Modell durchs Gelände zu jagen. Da sie nur vier Mignonzellen braucht, die im Übrigen zum Lieferumfang gehören, ist sie angenehm leicht.

Für die Umsetzung der Lenkbefehle ist ein digitales Lenkservo zuständig, das im vorderen Teil der Chassiswanne verbaut ist. Es stemmt 3,3 Kilogramm bei 6 Volt und verfügt über eine Stellzeit von 0,17 Sekunden auf 60 Grad – ebenfalls bei 6 Volt. Damit gehört es sicher nicht zu den stärksten und schnellsten Exemplaren seiner Zunft, sollte jedoch locker ausreichen.

Kernstück
Beim Losi XXX SCB ist das Herzstück, die Motor-Regler-Kombination, um die Hinterachse verbaut. Während der Regler auf einem Podest im hinteren Bereich der Akkuwanne Platz findet, sind Motor und Getriebe hinter der Achse in einem Schutzkäfig platziert.

Der MSC12L-Regler lässt sich über ein One-Button-Setup programmieren, verfügt über eine Überhitzungsschutz-Funktion und ist für den Betrieb von Motoren ab 12-Turns ausgelegt. Der 53 Gramm schwere Regler kann alternativ mit bis zu sieben NiMH-Zellen oder einem 2s-LiPo betrieben ­werden. Dieser steuert den Losi LM-32K-Bürstenmotor an, der 32.000 Umdrehungen pro Minute zu leisten im Stande ist. Dieser ist fest auf einer Motorplatte befestigt. Über ein 16-Zähne-Ritzel treibt er ein neongrünes Hauptzahnrad aus Kunststoff an, auf dem ein einstellbarer Slipper platziert ist, der durch eine Öffnung in der Gehäuseabdeckung zu erreichen ist, ohne dass diese jedes Mal demontiert werden muss.

Die Motorkraft wird über eine dreistufige, gut gekapselte Getriebeeinheit und ein solides, gut geschmiertes Vierspider-Diff an die Antriebswellen der Hinterachse übertragen. Bei diesen handelt es sich vorbildlicher Weise um CVD-Ausführungen, was einen langlebigen Antriebsstrang garantiert. Auf den Radachsen sind über Standardsechskantmitnehmer die ab Werk bereits verklebten Rad-Reifen-Kombinationen platziert.

On Axle
Neben den Antriebswellen in CVD-Ausführung glänzen die Achsen des SCB durch eine einfache aber ­solide Verarbeitung. Untere Querlenkerschwingen in Kombination mit oberen Pendants, die als Gewindestangen ausgelegt sind, lassen Veränderungen am Setup leicht zu. Zudem gibt es sowohl an den Querlenkerschwingen als auch an den Dämpferbrücken diverse Befestigungspunkte für die bereits mit 35 wt-Öl befüllten Dämpfer. Diese sind in Schwarz ausgeführt und mit einer silbernen, mittelharten Feder ausgestattet. Die Federvorspannung wird über eine Kunststoffschelle realisiert, die sich stufenlos auf dem Dämpfergehäuse verschieben und mittels einer Schraube fixieren lässt.

Die nicht angetriebene Vorderachse ist mit einem Rammergestänge ausgestattet, das Beschädigungen der Karosserie verhindern soll. Ansonsten entspricht ihr Aufbau, abgesehen von dem zusätzlichen Lenkgestänge, dem der Hinterachse. Unterschiede gibt es bei der Dämpferbrücke zu verzeichnen. Die vordere fällt konstruktionsbedingt um einiges kleiner aus und nimmt einen steilen Winkel zur Chassiswanne ein. Das Lenkgestänge, das die Lenkbefehle des Servos zu den Achsschenkeln überträgt, ist ebenfalls in Form von Gewindestangen realisiert und relativ spielfrei ausgeführt.

Wüsteneinsatz
Zeit für einen ersten Testlauf. Akku einsetzen, in unserem Fall einen 2s-LiPo mit 4.000 Milliamperestunden Kapazität, Funke und Modell anschalten und schon kann es losgehen. Die Lenkung arbeitet knackig, was nicht darüber hinwegtäuscht, dass das Lenkservo ruhig etwas schneller und stärker hätte ausfallen können. Ein vorsichtiger Zug am Gashebel und der XXX-SCB sprintet los. Auf asphaltiertem Untergrund brauchen die Reifen einige Zeit um Grip aufzubauen. Haben sich die Pneus aber erstmal festgebissen, sind für ein Modell, das mit Bürstenmotor betrieben wird, beachtliche Geschwindigkeiten drin.

Sein bevorzugtes Terrain ist jedoch sandiges Gelände. Hier kann der Short Course-Buggy zeigen, was in ihm steckt. Es macht Spaß, zuzusehen wie das Fahrwerk arbeitet und sich der Truck in scharfen Kurven neigt. Die Fahreigenschaften sind ausgewogen und der SCB bleibt jederzeit gut kontrollierbar. Sprünge gelingen jedes Mal, da der Losi wie ein Brett in der Luft liegt und beim Aufsetzen dank des werkseitigen Setups gut einfedert. So kann es direkt nach der Landung wieder auf eine lange Vollgaspassage gehen. Schnelle Richtungswechsel nimmt der Racer ebenfalls stoisch hin. Überschläge lassen sich nur provozieren, wenn man Steine und Bodenwellen schräg anfährt. Ansonsten bleibt der SCB stets auf seinen Rädern stehen.

Von der Optik her handelt es sich bei diesem Buggy um ein vorbildgetreues Modell. Fans haben zudem diverse Möglichkeiten, das stylische Fahrzeug aufzurüsten. In diesem Scale-Charakter liegt wohl auch die Motorisierung begründet. Der SCB macht ohne Frage Spaß, allerdings dürfte der Racer ruhig etwas mehr Power haben. Trotz dieses Mankos ist der zugegebenermaßen ausgefallene Short Course-Buggy von Losi ein Modell, das Spaß macht